25 Oktober 2005

Interview mit Frederik Barkenhammar DRK Sprecher

Gut zwei Wochen sind seit dem verheerenden Erdbeben in Pakistan vergangen, und die Lage in der Katastrophenregion wird für die Betroffenen immer schwieriger. Noch immer sind zahlreiche Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, Millionen von Menschen obdachlos - und in wenigen Wochen wird mit den ersten Schneefällen gerechnet. Frederik Barkenhammar, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes, war bis Sonntag vor Ort und berichtet im FAZ.NET-Interview über die Not der Flüchtlinge in der Region Muzaffarabad.

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Frage: Nach dem Tsunami setzte gleich die nächste Flut ein: die der Spenden? Was ist aus dieser vielgerühmten Spendenbereitschaft geworden?
Das Ausmaß der Erdbeben-Katastrophe in Pakistan wurde von Anfang an unterschätzt. Nicht nur von privaten Spendern, sondern auch von der Staatengemeinschaft. Das Rote Kreuz hat zwei Hilfsappelle veröffentlicht: einen über 48 Millionen Euro und einen über 61 Millionen Euro. Diese Appelle sind bisher leider nicht einmal zu 25 Prozent gedeckt. Zudem muß man sehen, daß in Pakistan, anders als beim Tsunami, keine europäischen Touristen betroffen waren; keine Region, die man als Urlaubsland kennt und wo viele schon einmal selbst waren. Die Identifikation mit den Menschen in Pakistan fällt daher viel schwerer - und so ist auch die Bereitschaft zu spenden, leider nicht besonders groß. Hinzu kommt, daß es in diesem Jahr viele Naturkatastrophen gab. Schon wieder wütet ja ein Hurrikan in Amerika und auch die nächste Hungerskatastrophe im afrikanischen Malawi steht kurz bevor.

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Das gesamte Interview und zahlreiche Bilder
Quelle: Frankfurther Allgemeine

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