23 August 2010

Österreichische Rotkreuz-Hilfe läuft auf Hochtouren

In dieser Woche nehmen fünf Katastrophenexperten in Pakistan die Arbeit auf, Hilfsgüter im Wert von 600.000 Euro wurden angekauft und teilweise bereits verteilt.

Allerdings behindert das Wetter noch immer die Arbeit der Hilfsorganisationen in Pakistan. "Die Lager verschlimmert sich weiter, weil es laufend regnet. Vor allem in Norden sind viele Gebiete über den Landweg nicht erreichbar - das erschwert die Hilfsmaßnahmen sehr", berichtet der ÖRK-Delegierte Dirk Schrader aus Muzzafarabad.

Das Rote Kreuz schätzt, dass mittelfristig etwa sechs Millionen Menschen humanitäre Hilfe in Form von sicherem Trinkwasser, Zelten und Material für Unterkünfte sowie medizinische Hilfe benötigen werden.

Das ÖRK entsendet drei Trinkwasser-Experten nach Pakistan:


Am Dienstag fliegen Hagen Tropper und Edith Huemer nach Pakistan. Gemeinsam mit deutschen Kollegen werden sie im Süden des Landes eine Trinkwasseranlage in Betrieb nehmen, die täglich Wasser für 15 000 Menschen aufbereiten kann. "Ich glaube angesichts des riesigen Ausmaßes der Katastrophe heißt es einfach, flexibel sein und sich an die Situation anpassen und dann so gut wie möglich arbeiten," sagt der Steirer Hagen Tropper.

Seine Kollegin Edith Huemer ist erst Mitte mai von ihrem Einsatz in Haiti zurückgekommen. "Man sieht sehr viel Not und Elend, aber man erfährt auch total viel Dankbarkeit von den Leuten und das wiegt eigentlich alles wieder auf," sagt die 30jährige Medizinerin.

Überlebenshilfe

"Die Überlebenshilfe läuft zwar langsam, aber zunehmend sichtbar an. An vorderster Front stehen Österreicher", berichtet der Kurier-Korrespondent Wilhelm Theuretsbacher aus Pakistan. Er hat die ÖRK-Delegierte Marianne Pecnik im Katastrophengebiet begleitet und schreibt: "Eine der exponiertesten Helferinnen ist die 34-jährige Architektin Marianne Pecnik aus Eisenkappel in Kärnten. Sie lebt schon seit zwei Jahren in Pakistan. ....Jetzt saust Pecnik mit ihrem Rot-Kreuz-Anorak kreuz und quer durch Pakistan. Sie mietet Lkw an und organisiert Verlademannschaften. Sie passt auf, dass auf den Hunderte Kilometer langen Transportwegen zum Zentrallager nahe der afghanischen Grenze nichts verloren geht....Doch zumindest Marianne Pecnik kann ihren ersten Teilerfolg feiern: Die Zelte des Roten Kreuzes sind bereits in die Flüchtlingslager ausgeliefert, und sie werden ausschließlich von Flutopfern genutzt."

Hilfslieferungen in großem Umfang

Mittlerweile laufen auch aus Österreich die Hilfslieferungen in großem Umfang an. Das Österreichische Rote Kreuz hat Lebensmittel und Zelte, Plastikplanen, Hygieneartikel und Kochgeschirr im Wert von etwa 600.000 Euro angekauft. Die Hilfsgüter für Pakistan werden direkt vor Ort gekauft und nicht von Österreich aus geliefert. "So kommt die Hilfe schneller an und lange, teure Transportwege fallen weg," sagt der Rotkreuz-Chef-Logistiker Jürgen Kunert. "470 Tonnen Lebensmittel - Reis, Mehl und Hülsenfrüchte -, die mit österreichischen Spenden gekauft wurden, werden gerade verteilt."

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