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06 Dezember 2011

War games

Kriegsverbrechen in Videospielen:
Rotes Kreuz fordert Einhaltung der Genfer Konventionen

Dass Videospiele 'mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen' seien, ist eine heutzutage viel genutzte Phrase zur Verdeutlichung der Entwicklung von Games vom Nerd-Gut hin zum massentauglichen Entertainment-Produkt. So sehr man dieser Tatsache aber auch positiv gegenüber stehen mag, so sehr bringt sie auch einige doch recht befremdliche Tendenzen mit sich. Eine weitere Episode aus dem Kuriositätenkabinett 'Videospiel trifft gesellschaftliche Organisation' liefert nun ausgerechnet das Rote Kreuz.

20 März 2011

Schonungslos

+++ Briten: Nato soll Kommando übernehmen +++
Die Luftangriffe der Alliierten in Libyen gehen weiter. Bombardiert werden Truppen des Machthabers und militärische Ziele. Gaddafi selbst kündigt einen "langen Krieg" an und ruft die Libyer zum Kampf auf.

+++ 13.14 Rotes Kreuz warnt vor Folgen für Zivilisten +++

Das Rote Kreuz ruft zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Auch die internationalen Streitkräfte wurden eindringlich ermahnt, bei ihren Luftangriffen die Bevölkerung zu schonen. Das Internationale Komitee zeigte besorgt, dass durch die Verstärkung der Kampfmaßnahmen immer mehr Zivilisten in Mitleidenschaft gezogen würden. "Es muss immer zwischen Zivilisten und Kämpfern unterschieden werden", heißt es.
Quelle: n-tv.de

12 März 2011

Beklagenswert

Genf - Das Internationale Rote Kreuz beklagt, keinen Zugang zu großen Teilen Libyens zu haben, um der Zivilbevölkerung zu helfen.
Die Situation habe sich zu einem “Bürgerkrieg“ entwickelt, sagte der Präsident des Komitees, Jakob Kellenberger, am Donnerstag. Es sei nicht akzeptabel, dass auch 24 Tage nach Beginn der Kämpfe ein großer Teil des Landes noch von humanitärer Hilfe abgeschnitten sei.
Libyens Regierung habe ihm mitgeteilt, dass eine humanitäre Unterstützung von Außen nicht nötig sei, sagte Kellenberger. Deshalb habe das Internationale Rote Kreuz zu den von Tripolis kontrollierten Regionen Libyens bisher noch überhaupt keinen Zugang.
Die medizinische Hilfe im Osten, wo die Aufständischen in großen Teilen das Sagen haben, werde durch die Kämpfe behindert. Auch libysche Ärzte haben Probleme, zu den Verletzten durchzukommen.
Quelle: op-online.de

27 Februar 2011

Rotes Kreuz und Roter Halbmond helfen Libyen-Flüchtlingen

Das Internationale Rote Kreuz (IFRK und IKRK) und der Rote Halbmond Tunesien betreuen zurzeit ein wachsende Zahl von Menschen, die aus Libyen nach Tunesien flüchten. In der Nähe der Dörfer Ras Ajdir und Dehiba sind in den letzten Tag rund 25.000 Menschen auf der Flucht angekommen.

Die Helfer des Roten Halbmonds berichten, dass die Flüchtlinge körperlich erschöpft und oft traumatisiert sind. Unter den Opfern der Unruhen in dem Nachbarland sind zunehmend Frauen und Kinder, die sich über die Grenze retten. Zum Glück sind nur wenige verletzt.

20 Februar 2011

Rotes Kreuz bringt israelische Äpfel nach Syrien

Bereits im sechsten Jahr exportiert Israel tonnenweise Äpfel aus den Golanhöhen ins benachbarte Syrien. Dieses Jahr wird die bisher größte Lieferung, 12.000 Tonnen Äpfel, in Lastwagen des Roten Kreuzes über die Grenze gebracht. Die Äpfel werden von drusischen Bauern geerntet und in Kisten verpackt, die ihre Herkunft verbergen. So ist es leichter, sie auf den Märkten in Damaskus zu verkaufen Die syrischen Kunden schwärmen von den israelischen Äpfeln und sehen sie als eine Delikatesse. Dies ist der einzige kommerzielle Handel zwischen den beiden Nachbarstaaten. Die neue Landwirtschaftsministerin Orit Noked hofft, dass die Geschäftsbeziehungen zwischen Syrien und Israel in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. „Der Handel mit den Äpfeln zeigt, dass es durchaus möglich ist, eine friedliche Handelsbeziehung zu führen. Die Äpfel schaffen etwas, das den Politikern bis jetzt nicht gelungen ist.“

28 November 2010

Youngreportercontest: die Sieger stehen fest

Genf (ICRC) - Acht aussergewöhnliche junge Menschen wurden als Sieger oder Zweitplazierte der ICRC Jungreporterwettbewerbs ermittelt, der im August als Teil des "Jahres der Jugend" ausgeschrieben worden war.

Ziel des Projekts ist es jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu geben über die dringlichsten humanitären Herausforderungen zu berichten und besser zu verstehen wie bewaffnete Konflikte und Gewalt das Leben der Jugend beeinflussen.

Die Sieger (engl.)....

03 September 2010

ICRC erhöht die Hilfe für Flutopfer

Das internationale Komitee vom Roten Kreuz hat sein Budget für die Hilfe in Pakistan um 77 millionen Schweizer fanken aufgestockt um die Hilfe welche es in Zusammenarbeit mit dem Pakistanischen Roten Halbmond leistet voranzutreiben.

Paralell bertreibt das ICRC weiter seine Hilfe für die Vertriebenen bewaffneter Auseinandersetzungen.


"We are stepping up our assistance effort with the aim of providing food, clean water, and medical aid for up to 1.4 million people," said Jacques de Maio, the ICRC's head of operations for South Asia." Together with the Pakistan Red Crescent, we are overcoming major logistical challenges to achieve this aim. In addition, we are doing everything we can to help contain the spread of acute diarrhoea, other water-borne diseases and malaria. It's a race against time."

Der Ärger der Bedürftigen

Rotkreuzhelfer waren bei der Verteilung von Hilfsgütern mit aufgebrachten Massen von Flutopfern konfrontiert. Eine besorgniserregende Entwicklung welche Operationen erschwert.

Ein Convoy des ICRC war gezwungen die Ausgabe von Hilfsgütern in der Provinz Punjab vorschnelle abzubrechen. "Es gab zwei Fälle, bei denen die Verteilung wegen Unruhen eingestellt werden musste. Wir sind besorgt, wenn sich das ausdehnt und öfter vorkommt untergräbt es unsere Möglichkeiten den Mensche zu helfen" erzählte Jacques de Maio, Leiter der Südasienoperationen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes.
Quelle: Reuters

02 April 2009

Philippinen: Rotes Kreuz bestätigt die Freilassung einer entführten Mitarbeiterin

Genf/Manila (Rotes Kreuz) - Mary Jean Lacaba, Mitarbeiterin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ist heute von ihren Entführern freigelassen worden. Die Frau war am 15. Jänner gemeinsam mit ihren Kollegen Eugenio Vagni und Andreas Notter im Süden der Philippinen entführt worden. Die beiden männlichen IKRK-Mitarbeiter sind nach wie vor in der Gewalt der Entführer.
Mary Jean Lacaba, eine philippinische Staatsbürgerin, ist zwar in guter gesundheitlicher Verfassung, allerdings wirkt sie erschöpft und sehr besorgt über das Wohlergehen ihrer beiden Kollegen. "Für Eugenio Vagni und Andreas Notter, für ihre Angehörigen und für das IKRK ist der Albtraum allerdings noch nicht vorbei", sagt Alain Aeschlimann, Leiter der IKRK-Operationen in Asien. "Wir sind glücklich über die Freilassung Mary Jean Lacabas und fordern auch Eugenio Vagni und Andreas Notter unverzüglich und bedingungslos freizulassen.
Quelle: Rotes Kreuz
Bild: daylife.com

19 März 2009

Rotes Kreuz spricht von Folter in CIA-Gefängnissen

Schläge, Kälte, Schlafentzug: Solchen brutalen Verhörmethoden sollen Terrorverdächtige in den geheimen Gefängnissen des US-Geheimdienstes CIA ausgesetzt gewesen sein. Das geht aus einem Bericht des Roten Kreuzes hervor, in dem ehemalige Insassen Erlebtes schildern.

Washington - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat laut "Washington Post" die Behandlung von Häftlingen in den Geheimgefängnissen der CIA als Folter bezeichnet. Die Gefangenen seien "grausam, unmenschlich und entwürdigend" behandelt worden, heißt es in einem 2007 vom IKRK verfassten Geheimbericht, aus dem die "Washington Post" am Montag zitiert.

Das bislang geheim gehaltene Dokument des IKRK beruht auf den Schilderungen von 14 Insassen des Lagers Guantánamo, die zuvor in CIA-Geheimgefängnissen inhaftiert waren. Sie berichteten von Schlägen, Schlafentzug, Fesselungen und extremer Kälte. In einigen Fällen sei auch das so genannte "Waterboarding" praktiziert worden, also das simulierte Ertrinken bei Verhören.

Diese Behandlung stelle Folter dar, wie sie in den Genfer Konventionen verboten sei, resümiert das IKRK. Einige Häftlinge hätten zudem berichtet, dass sie tagelang gefesselt hätten stehen müssen, wobei man ihnen einen Windel angelegt habe.

Das IKRK macht in dem Bericht deutlich, dass die Angaben auf nicht nachprüfbaren Aussagen der Häftlinge selbst beruhen. Das Dokument sei seinerzeit sowohl an die CIA als auch an die US-Regierung unter George W. Bush gegangen, damals aber nicht veröffentlicht worden. Wie er in die Hände des Journalisten der "Washington Post" gelangt ist, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Es ist nicht das erste Mal, dass der CIA Folterung mutmaßlicher Terroristen vorgehalten wird. Das IKRK gelte aber als eine besonders vertrauenswürdige Organisation, deren Foltervorwurf besonders ernst genommen werden müsse, so die "Washington Post".
Quelle: Spiegel.online.de

12 März 2009

Kein Lösegeld für entführte ICRC Mitarbeiter

Muslimische Extremisten hatten einen Schweizer, einen Italiener und eine Philippinin im muslimischen Süden der Philippinen entführt. Das Rote Kreuz verweigert eine Zahlung, um einen Präzedenzfall zu vermeiden.

Für die vor zwei Monaten auf den Philippinen entführten Rotkreuzmitarbeiter wird kein Lösegeld gezahlt. Das sagte der Präsident der lokalen Rotkreuzgesellschaft, Richard Gordon, am Donnerstag. Muslimische Extremisten hatten am 15. Jänner einen Schweizer, einen Italiener und eine Philippinin im muslimischen Süden der Philippinen entführt. Die Extremisten verlangen angeblich 50 Millionen Pesos (806.000 Euro).

Die Entführten arbeiteten nicht für die lokale Rotkreuzgesellschaft, sondern für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das weniger in der Katastrophenhilfe und -vorsorge als in der Konfliktvermittlung tätig ist. "Das Rote Kreuz zahlt keinerlei Lösegeld", sagte Gordon in einem Fernsehinterview. "Wenn wir das einmal machen, sind wir leichte Beute für jedermann, nicht nur auf den Philippinen, sondern in aller Welt."
Quelle: diePresse.com
Bild: Reuters

27 Februar 2009

Rotes Kreuz bangt um entführte Mitarbeiter

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) macht sich Sorgen um die Gesundheit seiner auf den Philippinen entführten Mitarbeiter. Der Schweizer Andreas Notter und die Philippinin Mary-Jean Lacaba schienen angesichts der langen Märsche durch den Dschungel unter Stress und Erschöpfung zu leiden, hieß es am Donnerstag. Die beiden waren vor sechs Wochen zusammen mit dem Italiener Eugenio Vagni von bewaffneten Anhängern der Abu Sayyaf gekidnappt worden. Das IKRK hat nach eigenen Angaben seit einer Woche keinen Kontakt mehr zu den Entführten.

10 Dezember 2008

Das Rote Kreuz hilft im Kongo Kindern bei der Suche nach ihren Eltern

Wien/Kinshasa (Rotes Kreuz) - Trotz Abflauen der Kampfhandlungen in den vergangenen Tagen bleibt die humanitäre Situation in der kongolesischen Provinz Nord-Kivu angespannt. Tausende Flüchtlinge warten in Camps darauf, dass sich die Lage stabilisiert. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) versorgte bislang mehr als 70.000 Menschen in Lagern westlich von Goma mit Nahrung. In Kibati, nordöstlich von Goma, werden täglich 80.000 Liter Trinkwasser verteilt. In enger Zusammenarbeit mit dem Kongolesischen Roten Kreuz konzentriert sich das IKRK jetzt auf die Wiedervereinigung von Familienmitgliedern, die auf der Flucht voneinander getrennt wurden. "Im Chaos der Kampfhandlungen und der panikartigen Flucht, haben viele Eltern ihre Kinder aus den Augen verloren", sagt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. "Bislang konnten 134 Kinder, die ihre Eltern verloren haben, registriert werden." Es wird allerdings befürchtet, dass weit mehr Mädchen und Buben von ihren Eltern getrennt wurden. Die Intensivierung des Rotkreuz-Suchdienstes trägt Früchte. Allein in dieser Woche konnten 15 Kinder mit ihren Eltern zusammengebracht werden. Die jüngste Initiative des IKRK wird von regionalen und lokalen Medien unterstützt. Nach der Registrierung von unbegleiteten Kindern werden ihre Namen und weitere Details dreimal täglich auf vier verschiedenen Radiostationen durchgesagt. Zusätzlich dazu hängen Mitarbeiter des IKRK Fotos der Kinder in Flüchtlingslagern, Kirchen und Schulen auf.
Quelle: Rotes Kreuz
Bild: Symboldarstellung

27 November 2008

Rotes Kreuz braucht 2009 eine Milliarde Dollar

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) benötigt für seine Hilfseinsätze rund um die Welt im kommenden Jahr fast eine Milliarde Dollar.

Zur Finanierung der humanitären Einsätze 2009 seien 939 Millionen Dollar (mehr als 710 Mio. Euro) erforderlich, erklärte das IKRK heute in Genf. Das Zusammentreffen von Konflikten, hohen Rohstoffpreisen, Finanzkrise und Umweltfaktoren wie Trockenheit treffe die Ärmsten und Verletzlichen besonders hart, klagte IKRK-Präsident Jakob Kellenberger.

Besonders im Sudan, dem Irak und Afghanistan seien weiter Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Andere große Hilfseinsätze laufen in Somalia und dem Jemen.
Quelle: orf.at

10 November 2008

Kongo: Rotes Kreuz verteilt Lebensmittel an 17.000 Menschen

Jerusalem - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat nach eigenen Angaben bereits Lebensmittel an mehr als 17.000 Flüchtlinge in der kongolesischen Krisenregion Nord-Kivu verteilt. Seit dem 9. November seien zwischen den Orten Nyamilima und Ishasha im Osten der Demokratischen Republik Kongo rund 208 Tonnen Nahrungsmittel ausgegeben worden, teilte die Hilfsorganisation am Montag mit. Die vom Roten Kreuz versorgte Region liegt nordöstlich der von Rebellen bedrohten Stadt Goma, in die in den vergangenen Wochen tausende Menschen vor den Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen geflohen waren.
Das IKRK ist nach eigenen Angaben mit dem nationalen Rot-Kreuz-Ableger derzeit die einzige Hilfsorganisation, die Flüchtlinge dort mit Lebensmitteln versorgt. Das Welternährungsprogramm musste in der vergangenen Woche das Verteilen von Lebensmitteln nahe der Stadt Rutshuru abbrechen, nachdem in unmittelbarer Nähe Kämpfe ausgebrochen waren. Am Sonntag nahm das IKRK nach eigenen Angaben die Lebensmittelverteilung an rund 25.000 Menschen in der Region Kibaiti nordöstlich von Goma wieder auf.
Quelle: der Standard
Bild: REUTERS/Finbarr O' Reilly

09 August 2008

Krieg im Kaukasus: Fiasko der Strategen - Politik - stern.de

Krieg im Kaukasus: Fiasko der Strategen - Politik - stern.de

ICRC will in Südosetien aktiv werden

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) bittet um Zugang ins umkämpfte Südossetien, um den dortigen Bürgern zu helfen.
Wie die Pressesprecherin des Roten Kreuzes, Anna Nelson, berichtet, hält die Hilfsorganisation ständigen Kontakt mit den beiden Konfliktseiten.
Nach Angaben der Sprecherin versucht das Rote Kreuz, seinen Mitarbeitern einen sicheren Zugang in die Konfliktzone zu verschaffen.
Quelle: RIA Novosti
Bild: AFP

Fluchthelfer?

Neue Dokumente werfen ein brisantes Licht auf ein besonders dunkles Nach­kriegs­kapitel: die Flucht hochrangiger Nazi-Mörder wie Adolf Eichmann und Josef Mengele nach Südamerika. Der Vatikan und das Rote Kreuz leisteten dabei tatkräftig Mithilfe.

Mehr als dreißig Jahre lang war der verstaubte Aktenschrank in einer Ecke des römischen Palazzo Cesi, des Sitzes der Militäranwaltschaft, mit der Tür zur Wand gestanden. Irgendwann Anfang der sechziger Jahre hatte ihn jemand hierher verräumt, weil sein Inhalt das gute Verhältnis zum NATO-Partner Deutschland hätte trüben können. Immerhin enthielt er von den Alliierten unmittelbar nach Kriegsende angelegte Akten über Gräueltaten der NS-Besatzer in Italien, Zeugenaussagen über Geiselerschießungen, die Namen von SS-Größen und Angaben über deren vermuteten Aufenthalt.
Eigentlich hätte die Militärstaatsanwaltschaft als zuständige Behörde all dem nachgehen müssen. Aber dann änderten sich die Zeiten und die Fronten. Der Schrank kam in diese vergessene Ecke und wurde erst 1994 wieder entdeckt. Wie in Österreich war auch in Italien das Interesse an der Aufarbeitung der traumatischen Jahre der faschistischen Diktatur mit dem immer heißer werdenden Kalten Krieg erlahmt.

Jetzt apern die alten Papiere nach jahrzehntelanger Lagerung im ewigen Eis der Archive an verschiedenen europäischen Schauplätzen wieder aus. Viele Nationalarchive öffnen ihre Rollschränke, das Rote Kreuz in Genf gewährt Historikern erstmals Zugang zu bisher geheimer Korres­pondenz, und selbst kirchliche Quellen erschließen sich den Forschern nach und nach.
Die nun zugänglichen Dokumente werfen ein neues Licht auf ein bis heute in mystischem Dunkel liegendes Kapitel mitteleuropäischer Zeitgeschichte: die Flucht hunderter NS-Massenmörder nach Süd­amerika.
Wusste das Rote Kreuz, wem es da zur Flucht verhalf? Die Hilfsorganisation hatte schon während des Krieges eine eher zweifelhafte Rolle gespielt. Ihr Präsident, der Schweizer Carl Jakob Burckhardt, hatte zunächst das Dritte Reich bewundert und war nach Angaben von Zeitzeugen zumindest latent antisemitisch. Spätestens seit 1943 wusste die Führung des Roten Kreuzes von den Vorgängen in den Vernichtungslagern, erklärte sich aber unzuständig: Die Genfer Konvention umfasse nur Kriegsgefangene, nicht jedoch zivile Gefangene, verteidigten sich die RK-Granden, als sie nach Kriegsende unter Beschuss kamen. So Nazi-affin agierte das Rote Kreuz, dass die US-Aufklärung 1944 in einem Dossier zum Schluss kam: „Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wird wahrscheinlich vom deutschen Geheimdienst gesteuert.“
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Quelle: profil
Bild: profil

17 Juli 2008

Rotes Kreuz bei Betancourt-Befreiung missbraucht

Nach den Genfer Konventionen sind die Symbole des Roten Kreuzes geschützt.

Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe hat den Missbrauch eines Rotkreuz-Symbols bei der spektakulären Aktion zur Befreiung von Ingrid Betancourt und 14 weiterer Geiseln aus der Hand von FARC-Rebellen zugegeben.

Ein Mitglied der Streitkräfte, die die Geiseln vor zwei Wochen mit Hilfe eines Täuschungsmanövers befreit hatten, habe wegen der «großen Nervosität» unerlaubterweise ein solches Symbol benutzt, sagte Uribe am Mittwoch.

Der Soldat habe um sein Leben gefürchtet und deshalb ein Stück Stoff mit dem Symbol aus seiner Tasche gezogen und es sich über seine Weste gestreift, fügte der Staatschef hinzu. Verteidigungsminister Juan Manuel Santos habe sich bereits mit Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Verbindung gesetzt und sich entschuldigt.

Der US-Sender CNN hatte zuvor berichtet, ihm sei «von militärischer Seite» ein Video und Fotos dazu angeboten worden. Darauf seien auf den Uniformen von Soldaten Symbole des IKRK zu sehen. Dies wäre ein Verstoß gegen die Genfer Konventionen, hieß es.

Der Missbrauch der Rotkreuz-Symbole stellt eine große Belastung für mögliche künftige Geiselfreilassungen in Kolumbien dar, weil es meist IKRK-Mitarbeiter sind, denen die Opfer übergeben werden. Die Missachtung internationaler Symbole ist jedoch keine Seltenheit in Kolumbien. So hat die marxistische Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) wiederholt auch Krankenwagen beschossen, die mit dem Rotkreuz-Symbol gekennzeichnet waren. Zur Begründung sagten sie, die Fahrzeuge seien zum Transport von Soldaten missbraucht worden.

Bei der Befreiung der früheren Präsidentschaftskandidatin und der anderen 14 Geiseln setzte das kolumbianische Militär unter anderem weiß lackierte Helikopter ein. Eine IKRK-Sprecherin sagte in Genf, man habe diese Berichte zur Kenntnis genommen und stehe mit der kolumbianischen Regierung in Kontakt. Sollte es einen Missbrauch gegeben habe, werde man dies ebenfalls mit der Regierung klären.

Nach den Genfer Konventionen sind die Symbole des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes geschützt und dürfen nur von den entsprechenden Gesellschaften genutzt werden. Dazu gehören auch militärische Sanitätsfahrzeuge. Sanktionsmöglichkeiten bei Missbrauch hat das IKRK nicht.
Quelle: Die Welt

02 Juli 2008

Rotes Kreuz: Hungersnot in Somalia droht

Kämpfe, Dürre und steigende Nahrungsmittelpreise - das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) warnt vor einer neuen Hungersnot in Somalia. Auch humanitäre Organisationen geraten in dem afrikanischen Krisenland zunehmend unter Druck.

"Ohne massive Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft ist eine Hungersnot wie 1992 möglich", sagte der für Somalia zuständige Delegationsleiter Pascal Hundt am Montag in Genf. Damals waren nach UN-Angaben mehr als 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Das IKRK hat diese Woche damit begonnen, 35.000 Tonnen Lebensmittel an eine halbe Million Menschen zu verteilen. Ein weiteres Problem in dem Land sei die prekäre Sicherheitslage. In der Hauptstadt Mogadischu, wo die äthiopische Armee im Einsatz ist, komme es täglich zu Kämpfen, sagte Hundt. Es herrsche eine Kultur der Straflosigkeit, und es gebe keine Gesetze. Die Bevölkerung zahle einen hohen Preis. Hunderttausende Menschen seien auf der Flucht. Seit Dezember 2006 hätten mindestens eine halbe Million Menschen die Hauptstadt Mogadischu verlassen. Islamistische oder nationalistische Rebellen haben nach Hundts Angaben zwischen Januar und April insgesamt 30 Städte angegriffen. Als er seine Stelle als Delegationsleiter des IKRK im April 2005 übernommen habe, sei es vor allem um Konflikte zwischen den Clans und um Land oder Wasser gegangen. Seit Äthiopien seine Truppen zur Unterstützung der somalischen Übergangsregierung gegen die islamistischen Rebellen geschickt habe, gebe es eine Polarisierung des Konflikts. Auch humanitäre Organisationen seien dadurch unter Druck geraten.
Quelle: die Zeit