15 Januar 2011

Tausende ohne Trinkwasser

860 Haushalte in St. Veit an der Gölsen sind ohne Trinkwasser.
Ursache: Keime. Jetzt muss die Gemeinde 400.000 Euro investieren.


Seit einer Woche geht das Geschäft mit stillem Mineral in der einwohnerstärksten Gemeinde des Bezirks Lilienfeld wie geschmiert und die Wasserkocher glühen. Mit Lautsprecherdurchsagen, Flugzetteln und auf der Amtshomepage wurde die Bevölkerung von St. Veit an der Gölsen vor dem Schluck aus dem Wasserhahn gewarnt, nachdem bei einer Laboranalyse Keime festgestellt wurden.

Leitungswasser sollte erst "nach dreiminütigem Abkochen bei Siedetemperatur (sprudelnd kochen) für Trinkwasserzwecke verwendet werden", heißt es in der Info an die Bürger. "Das ist keine große Katastrophe, aber äußerst unangenehm", meint Bürgermeister Johann Gastegger. Er spricht von einer gesundheitsbehördlichen Vorsichtsmaßnahme. Das Ortswasser sei eigenen Messungen zufolge bereits wieder sauber."Ich selbst trink' es, aber das kann ich natürlich niemandem empfehlen."
Die Verunreinigungen dürften von Reparaturarbeiten an der UV-Entkeimungsanlage stammen, vermutlich wurde da Belastendes eingeschwemmt. Offizielle Entwarnung gibt es frühestens am Mittwoch, wenn der nächste Labortest kommt. Eine schnellere Proben-Analyse war nicht zu bekommen, da eine der zwei autorisierten Wasser-Untersuchungsstellen über die Feiertage geschlossen hatte und die andere personell ausgedünnt war.

Aber auch so ist das Trinkwasser-Versorgungssystem in der 3961-Einwohner-Gemeinde höchst anfällig. "Wir haben immer wieder Probleme, vor allem bei der Schneeschmelze" berichtet der Ortschef. Die Brunnenanlage im Wiesenbach sei schlicht veraltet. "Wir arbeiten bereits am äußersten Limit."

Neues Brunnenfeld
Jetzt ist Handlungsbedarf angesagt. St. Veit muss noch heuer 400.000 Euro in ein neues Brunnenfeld pumpen. "Das hat absoluten Vorrang", verkündet Gastegger. "Alle anderen Projekte werden zurückgereiht."

Zwei ausgebaute Brunnen existieren bereits, für 31. Jänner ist die wasserrechtliche Bewilligungs-Verhandlung durch die BH angesetzt. Das Brunnenhaus soll mit modernster Technik (Chlordioxid- und UV-Anlage) ausgestattet werden, um Pannen wie jetzt zu verhindern. Gastegger verspricht: "Wir ziehen das heuer durch."
Quelle: Kurier

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