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08 Februar 2011

Cholera-Impfung auch nach Ausbruch wirksam

Drei bis fünf Millionen Menschen weltweit infizieren sich jedes Jahr mit der Cholera. Forscher haben nun herausgefunden, dass selbst nach Ausbruch der Seuche eine Impfung helfen kann - und das mit erstaunlicher Wirkung.

Eine Infektion über verschmutztes Trinkwasser oder die Nahrung, und bald schon folgen schwerer Durchfall, Erbrechen und die schnelle Austrocknung des Körpers: Die Cholera kann binnen kürzester Zeit große Menschengruppen erfassen. In Haiti ist das gerade der Fall: Mehr als 3000 Menschen sind der Seuche seit Oktober zum Opfer gefallen. Nun haben Forscher herausgefunden, dass man der Krankheit offenbar auch nach dem Ausbruch noch wirksam mit Impfungen begegnen kann.

08 Januar 2011

Rotes Kreuz: Cholera wird sich in Haiti festsetzen

Baden-Baden - Knapp ein Jahr nach dem schweren Erdbeben auf Haiti rechnen Vertreter von Hilfsorganisationen nicht mit einem schnellen Ende der Cholera-Seuche. Die Epidemie setze sich fest und werde mal mehr und mal weniger stark auftreten, sagte die Leiterin des Cholera-Zentrums des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Arcahaie, Henrike Meyer, im Südwestrundfunk. Die Ansteckungszahlen seien zwar seit kurzem etwas rückläufig, trotzdem sei eine völlige Beseitigung der Krankheit schwierig. Die Menschen hätten kaum Abwehrkräfte, weil es die Cholera seit über 50 Jahren in dem Land nicht mehr gegeben habe, so Meyer. Außerdem seien die hygienischen Bedingungen nach wie vor katastrophal. Nach offiziellen Zahlen sind bislang rund 3.500 Menschen an der Seuche gestorben. Mehr als 157.000 hatten sich laut Gesundheitsministerium bis Mitte Oktober angesteckt.
Quelle: Bild.de

06 Januar 2011

First Mission: keine Angst...

6-Wochen-Einsatz: DRK-Helfer Sebastian Krampe fliegt nach Haiti

WITTEN Angst? Nein, Angst hat Sebastian Krampe nicht, drei Tage vor seinem Abflug nach Haiti. "Eigentlich freue ich mich darauf, dort helfen zu können", sagt der 24-jährige Rettungshelfer des DRK.

Seit dem Anruf Sonntagvormittag aus der DRK-Zentrale in Berlin lässt der Stress nicht nach: Belastungstest und Impfung gegen Cholera, Typhus und Tollwut, packen, organisieren und Ohrstöpsel kaufen für den Flug im Bauch des großen Transportflugzeuges nach Haiti am Freitag.

In der Hauptstadt Port-au-Prince wird der Wittener gemeinsam mit DRK-Helfern aus verschiedenen Ländern ein Feldkrankenhaus mit 120 Betten aufbauen. "Als der Anruf kam, musste ich erst mal schlucken. Aber nach wenigen Minuten war klar, dass ich das machen würde", erzählt Sebastian Krampe.
Erst im vergangenen Jahr hat er Lehrgänge absolviert, in denen Katastrophen-Helfer gezielt auf den Einsatz in Krisengebieten in aller Welt vorbereitet werden.

05 Dezember 2010

Per SMS gegen die Cholera

Technik hilft, die Seuche zu bekämpfen.
Hilfsorganisationen nutzen Handy und Internet zur Bekämpfung der Seuche

Um die Cholera in Haiti einzudämmen, greifen Helfer zu ungewöhnlichen Maßnahmen. So verschickt das Deutsche Rote Kreuz mehrere Millionen SMS mit Hygienetipps. Indes wächst der Zorn der Bevölkerung gegen die Helfer.
Diesen wird unterstellt, die Cholera eingeschleppt zu haben, die eine besonders tückische Seuche ist: Bakterien befallen die Darmschleimhaut und verursachen Erbrechen und lebensgefährliche Durchfälle. 1.523 Haitianer sind nach offiziellen Angaben daran gestorben. "Caritas International" spricht von mindestens 70.000 Infizierten. Viele Hilfsorgansisationen vermuten eine wesentlich höhere Dunkelziffer.

28 November 2010

Fünf Trinkwasseranlagen für Haiti aus Dresden

Dresden (dpa/sn) - Die Dresdner Hilfsorganisation arche noVa installiert im Choleragebiet von Haiti fünf Aufbereitungsanlagen für Trinkwasser. Die Filtergeräte sollen Menschen entlang des Antibonite Flusses im Département Central an drei Standorten mit sauberem Wasser versorgen, teilte der Verein am Dienstag mit. Ziel sei es, täglich rund 45.000 Liter reines Trinkwasser zu produzieren und damit 3000 Menschen zu versorgen. Zudem klären arche noVa-Mitarbeiter über Ansteckungswege der Krankheit und Möglichkeiten der Vorsorge auf, hieß es. Die Cholera-Epidemie hat in der Inselrepublik bisher mindestens 1250 Menschenleben gefordert.
Quelle: Bild.de

26 November 2010

Dämonisch: Die Angst der Haitianer vor der Seuche

Die Lage in Haiti ist nach Ausbruch der Cholera weiterhin prekär. Obwohl die Krankheit eigentlich einfach zu behandeln ist, scheitert eine effektive Hilfe oft am Unwissen der Einheimischen, berichtet SF-Sonderkorrespondent Erwin Schmid aus Haiti.

Gegenseitige Hilfe unter den Einheimischen ist eher rar in Haiti.

«Die Krankheit ist extrem gefährlich», sagt Schmid gegenüber «tagesschau.sf.tv.». «Aber nur, wenn man sie nicht richtig behandelt.» Durch die Cholera verliert der Körper in kürzester Zeit sehr viel Flüssigkeit. Zur Behandlung müssen die Kranken daher möglichst rasch rehydriert werden. Dies geschieht beispielsweise in den 27 Behandlungszentren von «Médecins Sans Frontières». Diese sind - soweit möglich - hermetisch abgeriegelt, um eine weitere Verbreitung der Cholera zu verhindern.

Den Leuten die Angst nehmen

Viele Haitianer, gerade in ländlichen Gegenden, haben einen starken Glauben an Voodoo. Dieser führt laut Schmid dazu, dass die Krankheit oft regelrecht dämonisiert wird.
Zudem war Haiti während rund 200 Jahren eine Cholera-freie Zone. Die Menschen wissen daher schlicht nicht, wie mit der Krankheit umzugehen ist.

24 November 2010

Haiti: Die Cholera kommt ins Camp

Von Amanda George, IFRC

Tränen kullern einer jungen Mutter die Wangen hinunter, während sie ihr Kind in den Armen schaukelt. “Mein Baby, mein Baby, mein Baby ist krank”, ruft sie. Eine ehrenamtliche Rotkreuzhelferin fragt sie, wann das Kind krank wurde und welche Symptome es hat. Die Helferin beschließt, dass die Lage ernst ist und die Mutter ihren kleinen Sohn in das Beobachtungszelt bringen soll, die das Rote Kreuz in La Piste, dem großen Lager für Erdbebenopfer in Port-au-Prince, eingerichtet hat.

“Wir hoffen noch das Beste – nämlich dass sich die Cholera nicht in Port-au-Prince ausbreitet – aber wir bereiten uns auf das Schlimmste vor”, sagt Borry Jatta, Hygienespezialist beim Britischen Roten Kreuz. “In diesem Camp wohnen mindestens 50.000 Menschen, es ist eines der größten in Port-au-Prince. Wir wussten, wenn die Cholera in die Hauptstadt kommt, dann kommt sie zuerst nach La Piste.”

Die Vorsorge hat sich gelohnt. Mindestens 300 Menschen mit choleraähnlichen Symptomen haben in den vergangenen drei Tagen die Cholerastation aufgesucht. Die Station ist gut genug ausgestattet, um mit dem Patientenandrang zurechtzukommen. Sie besteht aus zwei Teilen: In der einen Hälfte halten sich die Menschen auf, die eine orale Rehydratation benötigen, sprich durch Trinken sehr viel Flüssigkeit und Elektrolyte aufnehmen müssen und ansonsten die meiste Zeit schlafen. In der anderen Hälfte liegen die schweren Fälle: Menschen, die schon so viel Flüssigkeit verloren haben, dass sie intravenös behandelt werden müssen. Ehrenamtliche Rotkreuzhelfer desinfizieren die Station regelmäßig mit Chlor, das sie auf Boden, Betten, Eimer und Wände sprühen.

20 November 2010

Erzwungener Sex für sauberes Trinkwasser

Das Totalversagen der staatlichen Institutionen beim Bekämpfen der Cholera treibt die Haitianer ins Chaos. Die Situation gebiert Helden und Verbrecher.

Für Desiral Mackinzi beginnt der Tag mit keiner guten Nachricht. Eine Gruppe von Frauen im Zeltlager „Delmas56“ sorgt seit einiger Zeit für Ärger. Es geht um neue Latrinen und eine Cholera-Behandlungseinheit, deren Fundament schon steht, aber die niemand haben will. Die Stimmung im Lager droht zu kippen. Mackinzi versucht die Probleme erst einmal wegzulächeln. Der schlanke Mann wirkt auf den ersten Blick gar nicht wie ein Anführer von rund 5000 Lagerbewohnern.

Er leidet an Kinderlähmung, seine Hose hat große Löcher und er kann sich nur humpelnd fortbewegen. Und trotzdem ist dieser Mann ein Hoffnungsträger. „Wir versuchen hier das Beste aus der Situation zu machen. Es muss ja irgendwie weitergehen“, sagt der 34-Jährige in einem Tonfall, der für Pessimismus keinen Raum lässt.

Was sich im Lager „Delmas 56“ in der haitischen Hauptstadt Port-au-Prince in diesen Tagen im Kleinen abspielt, durchlebt derzeit das leidgeprüfte Land im Großen. Es ist der Kampf gegen die eigene Angst, die Unwissenheit, bewusst gezielt gestreute Gerüchte und eine Prise unendlicher Hoffnungslosigkeit und Frustration.

Der zähe Kampf gegen die Cholera



Trinkwasser fehlt, die Seuche breitet sich aus, und die Menschen wissen nicht, wie sie sich vor Ansteckung schützen sollen. Alexandra Endres berichtet aus Port-au-Prince.

Jeder Fitzel verfügbares Land ist okkupiert in Port-au-Prince. Der Rand der Ausfallstraße Richtung Leogane ist gesäumt von Marktständen. Der Mittelstreifen verschwindet unter Zelten. Darin hausen immer noch Menschen, die durch das Beben vom Januar obdachlos geworden sind. Wasser läuft eine hügelige Seitenstraße herab und verteilt sich vor den Marktständen. Überall liegt Abfall herum.

"Sie haben das schmutzige Wasser gesehen", sagt Gary Shaye, Länderdirektor Haiti der Hilfsorganisation Save the Children. "Häufig haben die Menschen kein anderes Trinkwasser zur Verfügung." Deshalb breitet sich die Cholera jetzt so rasch aus. Mehr als 1000 Menschen sind an der Krankheit schon gestorben, obwohl Cholera eigentlich leicht zu behandeln ist. Rund 16.000 Erkrankte sind offiziell registriert. Doch weil nicht alle Kranken zum Arzt gebracht und nicht alle Toten den Behörden oder Hilfsorganisationen gemeldet werden, wird die tatsächliche Zahl wohl deutlich höher liegen. Die Caritas International schätzt, dass bis zu 70.000 Menschen mit dem Erreger infiziert sind.

In vielen Dörfern auf dem Land stehen weder Toiletten noch Latrinen zur Verfügung, berichtet die Hilfsorganisation Oxfam. In den Camps von Port-au-Prince gibt es meist immerhin sauberes Wasser, doch auch hier ist es dreckig und eng, was die Ausbreitung von Infektionskrankheiten fördert. Die sanitären Verhältnisse in Haiti seien schon lange vor dem Erdbeben erschreckend gewesen, sagt Oxfam-Länderdirektor Roland van Hauwermeiren. "Dass sich die Cholera jetzt landesweit ausbreitet, ist die Konsequenz."

Haiti : Cholera erreicht La Piste

Tränen rollen über die Wangen einer jungen Mutter die ihr Kind im Arm hält. „Mein Baby, mein Baby, mein Baby ist krank“ schreit sie. Eine Freiwilliger des Roten Kreuzes fragt sie wann das Kind krank geworden sei und welche Symptome es hat. Schließlich entscheidet sie, es sei krank genug um aufgenommen zu werden und sagt der Mutter sie solle ihr Baby ins Cholera-observation Center bringen um es zu behandeln....
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Quelle: IFRC

01 November 2010

Hilfe aus der Schweiz

Bern - Die Agentur für internationale Zusammenarbeit im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (DEZA) hat beschlossen, zwei Trinkwasser-Experten nach Haiti zu entsenden. Sie sollen die staatliche Behörde beim Testen sowie bei der Produktion von sauberem Trinkwasser in den ländlichen Regionen unterstützen. Sie werden helfen, in jeder überprüften Gemeinde eine sichere Trinkwasserquelle zu erschliessen. Damit engagiert sich die DEZA bei der Ursachenbekämpfung im Kampf gegen die Cholera, berichtet das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in einer Pressemitteilung.

27 Oktober 2010

Cholera-Ausbruch in Haiti

Das Rote Kreuz stellt sauberes Trinkwasser und Medikamente zur Bekämpfung.

Laut Gesundheitsministerium sind bereits über 1.000 Cholera-Fälle registriert. Betroffen ist die Region Artibonie, etwa zwei Stunden nördlich von der Hauptstadt Port au Prince. Nach dem schweren Erdbeben im Jänner haben viele Obdachlose haben Zuflucht in Artibonie gesucht und gefunden.

Nach wie vor sind internationale Rotkreuz-Helfer im Land, unter ihnen Hygiene- und Wasserexperten sowie Mediziner, die nun verstärkt an der Eindämmung der Cholera-Epidemie arbeiten.

Epidemie

Die Cholera erreicht Haitis Hauptstadt

Mehr als 200 Menschen starben an der Cholera - Sollte die Krankheit in der Hauptstadt ausbrechen, droht eine Katastrophe
Port-au-Prince - 1,5 Millionen Menschen, die in Zeltstädten ohne Kanalisation leben, und tödlicher Brechdurchfall - Haiti droht eine neue Katastrophe. In dem Inselstaat ist die Cholera ausgebrochen. Im Verlauf des Wochenendes starben mehr als 220 Menschen, fast 3000 wurden in Spitälern behandelt.

Die meisten Menschen erkrankten im Norden der Insel in und um die Stadt St. Marc, 60 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Port-au-Prince. Die Behörden fürchten nun, dass die Krankheit sich ausbreiten und die Hauptstadt erreichen könnte. Ein dreiviertel Jahr nach dem Erdbeben ist die Stadt immer noch zerstört, hunderttausende Menschen leben in und um Port-au-Prince in Zelten.