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14 Januar 2012

Hungersnot in Afrika

Mangelnde Kooperation der örtlichen Behörden
Rotes Kreuz stoppt Verteilung von Lebensmitteln in Somalia

Genf - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) setzt die Verteilung von Nahrungsmitteln in Somalia vorübergehend aus. Grund sei die mangelnde Kooperation der örtlichen Behörden, teilte das IKRK in Genf mit.

29 Juli 2011

Der Platz der Kadaver

Die schlimmste Hungerkatastrophe der Gegenwart am Horn von Afrika

Am Horn von Afrika spielt sich die schlimmste ­humanitäre Katastrophe der Gegenwart ab. Ein Augenzeugenbericht aus dem kenianischen ­Flüchtlingslager Dagahaley.

Das Schlimmste sollte jetzt eigentlich vorüber sein. Die weiß gleißende Sonne, deren Hitze den Schädel zum Kochen brachte, ist einem warmen, gelben Ball gewichen, und der Wind, der den Sand in jede Pore, in die Augen und zwischen die Zähne trieb, hat sich ebenfalls beruhigt. Osman Liban Ali und sein Freund Hassan müssen nur noch wenige Kilometer mit ihrem Eselswagen an den am Wegrand liegenden Kuh- und ­Ziegenkadavern vorbeiziehen. Dann ist ihr Marsch vorbei, der sie elf Tage und Nächte lang fast ununterbrochen auf den Beinen hielt. Am nächsten Morgen werden sie sich in ihren Badelatschen, die ihre schrundig gelaufenen Füße schützen sollten, in die Schlange vor dem Empfangszelt des ostkenianischen Flüchtlingszen­trums Dadaab einreihen – gemeinsam mit fast 1500 somalischen Landsleuten, die derzeit Tag für Tag ins Nachbarland geschlurft, gezogen oder auch gefahren kommen.

Ein Land leert sich.

18 Juli 2011

Dürre in Afrika: Hungernde in Ostafrika brauchen mehr Hilfe

Britischer Entwicklungsminister: "Einige lächerliche Angebote reicher europäischer Staaten", während 500.000 Kinder vom Hungertod bedroht seien

Nairobi/Adis Abeba/Wien - Angesichts der Hungerkatastrophe in Ostafrika wuchs am Wochenende weltweit die Sorge vor einer weiteren Verschärfung der Krise. Alle müssten das Ausmaß der Situation begreifen und sich mehr anstrengen, sagte der britische Entwicklungsminister Andrew Mitchell bei einem Besuch im Osten Kenias.


Papst Benedikt XVI. rief bei seinem Sonntagsgebet "alle Menschen guten Willens" zu "Hilfe und Solidarität" mit den Dürreopfern auf. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF rechnet mit 500.000 Kindern, die vom Hungertod bedroht sind. Am Samstag reisten zwei österreichische Caritas-Mitarbeiter nach Ostafrika.

16 Oktober 2008

Hilfe gegen Hunger in Äthiopien

Welternährungstag (16.10) und Tag zur Bekämpfung der Armut (17.10): "Hunger und Armut gehen Hand in Hand"
Wien/Addis Abeba (Rotes Kreuz) - Die Preisentwicklung von Lebensmitteln treibt immer mehr Menschen in den Hunger. Nach jüngsten UN-Statistiken haben 923 Millionen Menschen nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung. Das sind um 75 Millionen mehr als noch zu Jahresbeginn. "Besonders stark von der Teuerung betroffen sind Menschen in Gebieten, in denen die Ernährungslage ohnehin schon prekär war", sagt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. "In Welayita, im Süden Äthiopiens, ist vielen Menschen der ausbleibende Regen in Verbindung mit einer Preissteigerung von bis zu 150% zum Verhängnis geworden. Das Rote Kreuz sichert seit Juni 76.000 Menschen durch Hilfslieferungen das Überleben." Bei diesem - von EU und der Austrian Development Agency (ADA) mitfinanzierten - Projekt werden insgesamt 5760 Tonnen Mais und 528 Tonnen Bohnen verteilt. Stark unterernährte Kinder erhalten darüber hinaus Nahrungsergänzungsmittel, um rascher wieder auf die Beine zu kommen. "Erste Erfolge sind schon zu erkennen", freut sich Kopetzky. "Vor allem der Gesundheitszustand bei Kindern hat sich verbessert." Weiters wurde an 4000 Haushalte Saatgut verteilt, damit die betroffenen Bauern wieder selbst Getreide anbauen können. Mittlerweile hat die Regenzeit eingesetzt. Die Chancen stehen gut, dass im Dezember geerntet werden kann. "In einigen Gebieten jedoch sind diese Pflanzen durch Stürme und Hagel zerstört worden", sagt der Rotkreuz-Generalsekretär. Die Lage habe sich zwar gebessert, als entspannt könne sie allerdings nicht bezeichnet werden. "Armut und Hunger gehen Hand in Hand. Nachhaltig kann der Hunger nur bekämpft werden, wenn seine strukturellen Ursachen behoben werden", so Kopetzky. "Dazu gehört die Änderung der Agrarsubventionen reicher Staaten und ein Ende der preistreibenden Finanzspekulationen auf Nahrungsmittel."
Quelle: Rotes Kreuz
Bild: Tagesspiegel.de

27 Mai 2008

Rotes Kreuz warnt vor weiteren Hungerunruhen

Angesichts der weltweit steigenden Lebensmittelpreise drohen nach Einschätzung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) vermehrt gewaltsame Ausschreitungen. Hungerunruhen wie in den vergangenen Monaten in Haiti und Ägypten könnten auch in anderen Ländern ausbrechen, wenn die Preise für Nahrungsmittel weiter stiegen, erklärte IKRK-Präsident Jakob Kellenberger. Besonders problematisch ist demnach die Lage derzeit im Tschad, in Somalia, im Jemen, in Afghanistan und in Haiti.

Die hohen Lebensmittelpreise erschwerten zudem die Arbeit der Hilfsorganisationen, betonte Kellenberger. So habe das IKRK bis Ende Mai bereits mehr Geld ausgegeben als im gesamten Jahr 2007.

Vom gesamten IKRK-Budget in Höhe von 944 Millionen Schweizer Franken (584 Millionen Euro) flossen im vergangenen Jahr mit 45 Prozent fast die Hälfte nach Afrika sowie ein Fünftel in den Nahen Osten. Die höchsten Ausgaben wurden im Sudan mit 94 Millionen Franken gemacht, gefolgt von den Projekten im Irak (76,5 Millionen Franken), in Israel und den Palästinensergebieten (61,4 Millionen), Afghanistan (49,8 Millionen) und Somalia (49,2 Millionen).

Trotz der gestiegenen Kosten will das IKRK im laufenden Jahr den Lieferumfang von Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten in seinen 52 Einsatzländern aufrechterhalten. Im vergangenen Jahr kümmerte sich das IKRK demnach um mehr als 14 Millionen Hilfsbedürftige, darunter gut vier Millionen Flüchtlinge.
Qelle: AFP