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31 Juli 2008

China: Erst Erdbeben dann Lagerhaft

Ein chinesischer Lehrer, der Fotos eingestürzter Schulen im Erdbebengebiet von Sichuan im Internet veröffentlicht hat, ist für ein Jahr in ein Umerziehungslager gesteckt worden.
Als Grund sei "Unruhestiftung" angegeben worden, berichtete am Mittwoch die Menschenrechtsorganisation Human Rights in China (HRiC). Nach dem Erdbeben, bei dem durch Pfusch am Bau besonders viele Schulhäuser eingestürzt und Tausende Kinder getötet worden sind, war Liu Shaokun durch das Erdbebengebiet gereist und hatte Fotos der Trümmer gemacht.

In einem Interview äußerte der Lehrer der Guanghan-Mittelschule in Deyang auch seinen Ärger über die "schlechten "Tofu"-Gebäude" - damit sind in Anspielung auf den weichen Sojabohnenkäse (Tofu) nicht sicher gebaute Häuser gemeint, die leicht einstürzen. Ende Juni wurde Liu Shaokun wegen angeblicher Störung der öffentlichen Ordnung und der Verbreitung von Gerüchten festgenommen.

HRiC-Direktorin Sharon Hom kritisierte die Einweisung des Kritikers ins Arbeitslager, die in China ohne Gerichtsverfahren angeordnet wird: "Anstatt die Verantwortlichen für die schlechten und gefährlichen Schulhäuser zu ermitteln und zu verfolgen, greifen die Behörden zur Umerziehung im Lager, um besorgte Bürger wie Lehrer Liu Shaokun zum Schweigen zu bringen und wegzuschließen."

16 Juli 2008

Helfer vom Einsatz in China zurück

Vergangene Woche ist der Rot-Kreuz-Trinkwasserexperte Erich Weidinger aus dem Krisengebiet in China heimgekehrt.

Resümee seines Einsatzes: Mission erfüllt – die Trinkwasserversorgung in der nach dem Erdbeben Mitte Mai stark beschädigten Stadt Xing Long ist voll angelaufen. „Von Beginn an waren wir aktiv in das Katastrophenmanagement eingebunden. Gerade als Wasserspezialisten war unser Know-How von höchstem Wert.

Innerhalb von zwei Wochen ist es uns schließlich gelungen, alle mobilen Trinkwasseraufbereitungsanlagen zu errichten. Mittlerweile können bereits 20.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden“, berichtet der Grieskirchner. Abgelöst wurde das österreichisch-französische Team von kanadischen Spezialisten. Einen ausführlichen Bericht über Erich Weidinger lesen Sie in der Rundschau kommenden Donnerstag.

03 Juni 2008

Heimische Rotkreuz-Helfer in China eingetroffen

Die österreichischen Rotkreuz-Helfer sind im chinesischen Bebengebiet eingetroffen und haben ein erstes Lagebild erstellt: Wie Teamleader Werner Meisinger am Dienstag sagte, wurde in der Stadt Banquiao ein mögliches Einsatzgebiet für die Trinkwasseraufbereitung untersucht. Noch ist der Einsatzort der vier Österreicher nicht fix, bis auf weiteres bleiben sie in der Provinzhauptstadt Chengdu.


Chengdu selbst sei vom Erdbeben eher wenig betroffen, sagte Meisinger. Einen ersten Eindruck von den Verheerungen konnten die Österreicher allerdings in der Kleinstadt Banqiao sammeln. Die Ansiedlung hat etwa 20.000 Einwohner und ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. "Wir haben dort ein Assessment gemacht und könnten in der Stadt entweder unsere Anlagen aufbauen oder zwischenlagern", schilderte Meisinger. Mit den Trinkwasseraufbereitungsgerätschaften können die vier Rotkreuzhelfer etwa 15.000 bis 20.000 Menschen versorgen, was für Banqiao reichen würde.

"Die Leute machen einen gefassten Eindruck. Mein Eindruck ist, dass sie sich strukturieren und versuchen, mit einfachen Mitteln Aufbauarbeit zu leisten", so Meisinger. Die Bedingungen seien verglichen mit anderen Ländern recht gut, konstatierte Meisinger, der schon des öfteren in Krisengebieten gearbeitet hat.

Der Einsatz des österreichischen Teams ist für fünf Wochen anberaumt, dann werden die vier entweder abgelöst oder brechen ihre Zelte ganz ab. Am Mittwoch fahren sie nach Deyang, wo eine Art Basecamp errichtet werden könnte. Wo die vier Österreicher letztendlich die Trinkwasseraufbereitung starten werden, hängt nicht von ihrer eigenen Entscheidung ab. Koordiniert werden die Einsätze vom internationalen sowie vom chinesischen Roten Kreuz.
Quelle: Kleine Zeitung/APA
Bild: Symboldarstellung

02 Juni 2008

chinesische Studenten schütteln die Spendenbüchse für das Deutsche Rote Kreuz

Die Situation in China lässt niemanden kalt. Ganz besonders betroffen zeigen sich auch die in Deutschland lebenden chinesischen Staatsangehörigen. Die Sorge um das Schicksal so vieler Menschen und die Ohnmacht angesichts derartiger Naturkatastrophen, denen die Menschheit nahezu nicht vorbeugend begegnen kann, führt auch in Deutschland zu Hilfsaufrufen und Spendenaktionen, die durch Chinesen organisiert werden.

So wird das Deutsche Rote Kreuz nach eigenen Angaben ein mobiles Krankenhaus auf Zeltbasis mit Röntgenstation, Labor und Operationssaal nach Sichuan versenden. Katastrophenhelfer könnten hier bis zu 125 Patienten stationär aufnehmen sowie bis zu 250.000 Menschen ambulant versorgen.

Am 24. Mai startete eine spezielle Kooperation in Form einer Spenden-Sammelaktion in Stuttgarts Innenstadt. Der Verein der Chinesischen Wissenschaftler und Studenten in Stuttgart e.V. sammelt, unterstützt durch den DRK-Kreisverband Stuttgart, Spenden zugunsten der Erdbebenhilfe China. Insbesondere chinesische Studenten sind hier sehr engagiert bei der Sache. Leider finden sie keine Unterstützung vor Ort, durch Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Gesammelt wird mit Spendenbüchsen des Deutschen Roten Kreuzes.

Nach Angaben der Internetseite des Roten Kreuzes, Kreisverband Stuttgart e.V., sollen die Gelder direkt an das Chinesische Rote Kreuz weitergeleitet werden, welches die Mittel in die betroffenen Regionen bringen will, um es dort zu verwenden. Bei einem Telefoninterview mit Xinhua.de sagte der Kreisgeschäftsführer Frieder Frischling aus, dass hinsichtlich den Spenden jedoch so verfahren werden soll, wie dies vom Deutschen Roten Kreuz üblicherweise getan wird. Dies würde bedeuten, dass die Gelder vom Deutschen Roten Kreuz selbst im Erdbebengebiet verwendet werden würden - in Absprache mit dem Chinesischen Roten Kreuz (Chinese Red Cross Foundation).
Die Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz wird scheinbar nicht von allen chinesischen Stuttgartern positiv bewertet. Ausgerechnet im chinesischen Forum in Stuttgart, dem Forum, welches auch vom Verein der Chinesischen Wissenschaftler und Studenten in Stuttgart e.V. als Sprachrohr genutzt wird, kann man Aufrufe gegen das Deutsche Rote Kreuz mehrfach vorfinden. Dabei sind Aussagen wie “Bitte nicht DRK spenden!” noch die harmlosesten. Auch die bislang üblichen Beleidigungen gegenüber der deutschen Presse, dass diese eine Gehirnwäsche bei den Deutschen vornehmen würde um die Spendenbereitschaft hinsichtlich dem Erdbeben in China zu reduzieren, finden kein Ende. Dass bereits Hilfe in Millionenumfang sowohl von staatlicher als auch privater Seite auch aus Deutschland geleistet wurde, wird mit keinem Wort erwähnt.

Obwohl das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Stuttgart, sich für die Angelegenheit des “Verein der Chinesischen Wissenschaftler und Studenten in Stuttgart e.V.” einsetzt, werfen manche der Forums-Teilnehmer dem Deutschen Roten Kreuz vor, sich eher einen Mercedes-Benz zu kaufen als zu helfen.
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01 Juni 2008

Erste Geburt im Field Hospital des DRK

Baby namens „China-Deutschland“ im Erdbebengebiet geboren

Im mobilen Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im südwestchinesischen Erdbebengebiet mitten auf einer Autobahn ist das erste Baby zur Welt gekommen. Der 3650 Gramm schwere Junge erhielt den Vornamen „Zhongde“, was übersetzt „China- Deutschland“ heißt.

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Quelle: Fuldaer Zeitung
Bild: Picture-Alliance

31 Mai 2008

Warum Chinas Schulen das Beben nicht überstanden

Pfusch und falsche Architektenpläne: Chinesische Enthüllungsjournalisten fahnden nach den Ursachen für den Tod so vieler Kinder

Journalisten der Enthüllungszeitschrift "Nanfang Zhoumo" ("Südliches Wochenende") entdeckten den Architekten Huang Chenggang erst am 26. Mai abends. Zwei Wochen waren vergangen, seitdem die nach den Plänen Huangs 1988 gebaute Fuxin-Nr. 2-Grundschule, die zur Stadt Mianzhu im Epizentrum des Bebens gehört, zusammengebrochen war. In nur zehn Sekunden war die dreistöckige Schule eingestürzt und hatte 200 Schüler unter sich begraben. 127 starben. Die meisten waren Einzelkinder.

Verzweifelte Eltern fanden bald heraus, dass etwas faul sein musste. Alle Gebäude um die Schule herum, darunter 50 Jahre alte Bauten, hatten das Beben fast unbeschädigt überstanden. In erregten Debatten wurde von Korruption und Baupfusch gesprochen, von Tofu-Gebäuden, die so stabil wie "Sojabohnenkäse" waren. Der Zorn wuchs, bis sich die Angehörigen zum Protestmarsch verabredeten. Vergangenen Sonntag marschierten über 100 Elternpaare mit hochgehaltenen Fotos ihrer toten Kinder in die Bezirkshauptstadt Deyang. Selbst die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete darüber.
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Quelle: welt.de

Ein Vorarlberger, ein Tiroler und zwei Oberösterreicher produzieren Trinkwasser in Sichuan

Nach dem Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan vom 12. Mai und zahlreichen Nachbeben wird das Ausmaß der Katastrophe immer deutlicher. Am Sonntag entsendet das Österreichische Rote Kreuz vier Trinkwasserspezialisten in die Stadt Deyang (40km NW des Epizentrums in Chengdu).

Die Anlage, die die Helfer mit an Bord haben, kann täglich 225.000 Liter Wasser reinigen und somit 15.000 Menschen versorgen. Das Chinesische Rote Kreuz ist seit dem Erdbeben mit 35.000 Freiwilligen und Mitarbeitern im Dauereinsatz", erklärt Max Santner, Leiter der Internationalen Hilfe im Österreichischen Roten Kreuzes. "Jetzt gilt es vor allem die Lage der Überlebenden - mehr als elf Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren - zu stabilisieren. Dabei ist das Chinesische Rote Kreuz auf internationale Hilfe angewiesen. Mit der Entsendung von vier Spezialisten und einer Trinkwasseraufbereitungsanlage leistet das Österreichische Rote Kreuz seinen Beitrag."
Teamleader der österreichischen Helfer ist der 47jährige Werner Meisinger. Der Vorarlberger hat schon zahlreiche internationale Einsätze geleistet, zuletzt nach dem Hochwasser in Pakistan 2007 und in Indonesien nach dem Tsunami 2005. Ebenfalls sehr erfahren ist sein Kollege Michael Wolf, 36, aus Tirol. Starke Unterstützung kommt aus Oberösterreich. Von dort kommen Erich Weidinger, 62, Florian Hofer, 24 und mit ihnen ein Teil der technischen Ausrüstung. Die Gesamtdauer des Einsatzes beträgt voraussichtlich vier Monate, das erste Team bleibt vier bis fünf Wochen vor Ort.
Die Entsendung der Trinkwasserspezialisten erfolgt am Sonntag, den 1.
Juni. Medienvertreter sind von 10.30 bis 11.00 Uhr ins
Katastrophenhilfezentrum des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK),
Oberlaaerstraße 300-306, 1230 Wien geladen.
Quelle: ÖRK

30 Mai 2008

China startet Notfallübung in Erdbebenregion

Peking. Mit einer großen Notfallübung bereiten sich die chinesischen Behörden auf eine mögliche Evakuierung von mehr als einer Million Menschen im Erdbebengebiet von Sichuan vor. Die dreitägige Übung soll am Samstag beginnen. Einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge, wonach 1,3 Millionen Menschen bereits angewiesen worden seien, das gefährdete Gebiet unterhalb eines aufgestauten Sees zu verlassen, wird von Katastrophenschutzbehörden der Stadt Mianyang allerdings dementiert.

"Nicht alle 1,3 Millionen Menschen werden evakuiert", sagte eine Sprecherin, "das passiert nur, falls das Ufer einbricht." Mit der Übung soll sichergestellt werden, dass in einem solchen Fall Anweisungen der Behörden die Menschen schnell erreichen.

Hunderte Soldaten graben weiter fieberhaft einen Abfluss für den Tangjiashan-See, der sich nach dem Erdbeben vom 12. Mai gebildet hat und zu bersten droht. Nach Angaben der Sprecherin wurden bereits 197.500 akut gefährdete Einwohner des Tales in höher gelegene Gebiete gebracht - um rund 30.000 mehr, als bisher offiziell bekannt wurde. Die mehr als eine Million übrigen Bewohner des gefährdeten Gebietes sollten nur im Fall eines Dammbruchs evakuiert werden.
Quelle: Wiener Zeitung
Bild: Symboldarstellung

18 Mai 2008

Deutsches Rotes Kreuz entsendet mobiles Hospital ins chinesische Erdbebengebiet

Das Deutsche Rote Kreuz sendet Mitte der Woche ein mobiles Krankenhaus in das Erdbebengebiet in China. Es könne 120 Patienten aufnehmen und insgesamt 250 000 Menschen medizinisch versorgen, teilte das DRK mit. Das Auswärtige Amt unterstütze das Projekt. Ein deutsches Team aus Ärzten, Schwestern, Technikern und Krankenhausmanagern werde in die Provinz Sichuan mitreisen, um das einheimische Personal kurzzeitig zu unterstützen. Die Zahl der bestätigten Todesopfer des Bebens stieg inzwischen auf über 32 000.
Quelle: fokus
Bild: IFRC