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02 Juli 2008

Rotes Kreuz: Hungersnot in Somalia droht

Kämpfe, Dürre und steigende Nahrungsmittelpreise - das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) warnt vor einer neuen Hungersnot in Somalia. Auch humanitäre Organisationen geraten in dem afrikanischen Krisenland zunehmend unter Druck.

"Ohne massive Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft ist eine Hungersnot wie 1992 möglich", sagte der für Somalia zuständige Delegationsleiter Pascal Hundt am Montag in Genf. Damals waren nach UN-Angaben mehr als 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Das IKRK hat diese Woche damit begonnen, 35.000 Tonnen Lebensmittel an eine halbe Million Menschen zu verteilen. Ein weiteres Problem in dem Land sei die prekäre Sicherheitslage. In der Hauptstadt Mogadischu, wo die äthiopische Armee im Einsatz ist, komme es täglich zu Kämpfen, sagte Hundt. Es herrsche eine Kultur der Straflosigkeit, und es gebe keine Gesetze. Die Bevölkerung zahle einen hohen Preis. Hunderttausende Menschen seien auf der Flucht. Seit Dezember 2006 hätten mindestens eine halbe Million Menschen die Hauptstadt Mogadischu verlassen. Islamistische oder nationalistische Rebellen haben nach Hundts Angaben zwischen Januar und April insgesamt 30 Städte angegriffen. Als er seine Stelle als Delegationsleiter des IKRK im April 2005 übernommen habe, sei es vor allem um Konflikte zwischen den Clans und um Land oder Wasser gegangen. Seit Äthiopien seine Truppen zur Unterstützung der somalischen Übergangsregierung gegen die islamistischen Rebellen geschickt habe, gebe es eine Polarisierung des Konflikts. Auch humanitäre Organisationen seien dadurch unter Druck geraten.
Quelle: die Zeit

27 November 2007

Nervosität vor Bundesheermission in Afrika

Vor BH-Einsatz: Schwere Kämpfe im Tschad ausgebrochen

Nairobi/Wien, 26. November 2007

Heikle Tschad-Mission: In der Region, in der die 160 Bundesheer-Soldaten eingesetzt werden sollen, toben schwere Kämpfe.

Im Osten des Tschad nahe an der Grenze zur westsudanesischen Krisenprovinz Darfur sind am Montag schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen ausgebrochen. Beide Seiten beanspruchten den Sieg für sich, berichtete der britische Rundfunksender BBC am Dienstagmorgen. Die Armee behauptete, in den stundenlangen Kämpfen hunderte Rebellen getötet und mehr als 50 ihrer Fahrzeuge erbeutet zu haben. Dagegen sagte ein Rebellenführer, er habe 17 seiner Kämpfer verloren, während mehr als 100 Regierungssoldaten getötet worden seien.

Einsatzgebiet der 160 Bundesheer-Soldaten
Der britische Rundfunksender BBC hatte zuvor unter Berufung auf Hilfsorganisationen in der Region berichtet, seit dem Morgen werde an mehreren Orten östlich der Provinzkleinstadt Abéché mit Maschinengewehren und schweren Feuerwaffen heftig gekämpft. Diese Region soll auch das Einsatzgebiet der EU-Friedenstruppe sein, die Anfang kommenden Jahres im Osten des Tschad stationiert werden soll. Auch 160 Soldaten des österreichischen Bundesheers beteiligen sich an der Mission. Die 4.000 Friedenshüter - unter ihnen auch 160 Soldaten des österreichischen Bundesheers - sollen insbesondere die Grenze zum Sudan sichern, um, eine Ausweitung des Darfur-Konflikts zu verhindern.

Am Wochenende Tagen hatten Rebellenorganisationen den vor einem Monat in Libyen vereinbarten Waffenstillstand für beendet erklärt. Ein Sprecher der Rebellenorganisation Vereinte Kräfte für Demokratie und Entwicklung (UFDD) sagte, die Regierungstruppen hätten die Kämpfe begonnen. Die Rebellen warfen der Regierung zudem vor, den Friedensprozess nicht ausreichend unterstützt zu haben.
Quelle: oe24.at