21 Februar 2008

Freiwillige vor!

Zu freiwilligem Tschad-Einsatz genötigt
HÖRSCHING. Wie freiwillig melden sich Soldaten für den Tschad-Einsatz? Den OÖN liegt ein Schreiben vor, wonach sich Techniker der Hercules-C-130-Staffel dazu genötigt sehen.

In dem Brief wird von angeblichem „Unvermögen der Lagebeurteilung - Einsatzbereitschaft und Freiwilligkeit schwindet bei den Technikern der C-130-Staffel“ geschrieben sowie von „Erpressung“ der Freiwilligkeit.


Bild: Transportflugzeug des Bundesheers (oben) im Landeanflug auf N’Djamena

Was zweitere anlangt, schreiben die Bordtechniker, dass schon bei einem KFOR-Einsatz (Kosovo, Anm. d. Red.) einige die Freiwilligenmeldung nicht unterschreiben wollten. Es habe deshalb eine Krisenbesprechung gegeben, „wobei der Kommandant des Fliegerregimentes 3 sagte, dass sich das System nicht erpressen ließe, und wer die Freiwilligenmeldung nicht unterschreibt, passt nicht in das Transportsystem C-130 und solle sich einen anderen Job suchen“ (siehe Faksimile).

Im Verteidigungsministerium heißt es dazu, dass selbstverständlich nur freiwillig Gemeldete für den Einsatz im Ausland berücksichtigt würden. Im Tschad sei es ruhig, N’Djamena würde sogar zivil von der Air France angeflogen. „Für die Hercules C-130-Maschinen (alle drei sind in Hörsching stationiert, Anm. d. Red.) ist ein höherer Sicherheitsstandard geplant, die Maßnahmen dafür bereits eingeleitet“, sagt Ministeriumssprecher Major Wolfgang Schneider. Wie von den OÖN mehrfach berichtet, hatten die Hercules-Besatzungen über fehlenden Schutz ihrer Maschinen gegen Beschuss geklagt.

Die Kritik an der Lagebeurteilung des Heeres („Unvermögen“) bezieht sich auf den Ersteinsatz im Tschad rund um den 31. Jänner 2008. Abeche, angeblich kein Risikogebiet, wurde damals von den Österreichern angeflogen. Auf Anraten eines dort stationierten Offiziers hätten die Soldaten „eine Luftfahrzeug-Sicherung für die Nacht aufgebaut.“

In der „Lagewiederholung“ schrieben die Hercules-Techniker kürzlich: „Bei einem Angriff mit einer Panzerabwehrwaffe, die die Rebellen zur Verfügung haben, wären wir, trotz Gefechtsfeldbeobachtung, mit in die Luft gegangen.“

Ein Verteidigen der Hercules-Maschinen lediglich mit P-80-Pistolen wäre wenig aussichtsreich gewesen, so die Kritiker. Sicherungsaufgaben seien auch bei Auslandseinsätzen ganz normal, jeder Soldat müsse mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln jederzeit in der Lage sein, sich und sein Gerät zu schützen, heißt es dazu lapidar aus dem Ministerium.

Die Bordtechniker führen weiter aus: Es habe keine Vorwarnung über die Gefährlichkeit einer Verlegung nach Abeche gegeben. Dies obwohl „die irische Truppe, die das Einsatz-Kommando leitet, ihren Truppenanteil am 30. Jänner schon nicht mehr nach N’Djamena geflogen hat.“ Dies ließe den Schluss zu, „dass die Profilierungssucht der Österreicher so hoch sein muss, dass man die Warnungen der anderen Truppen in den Wind schlägt.“
Quelle: OÖnachrichten
Bild: Bundesheer

20 Februar 2008

Flucht nach Kamerun

30.000 Menschen im Durchgangslager

Seit dem Ausbruch des militärpolitischen Konflikts in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena Anfang Februar haben sich vor allem Frauen und Kinder in der nordkamerunischen Grenzstadt Kousseri in Sicherheit gebracht. Das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) spricht von mehr als 30.000 Menschen, die derzeit in einem Durchgangslager jenseits des N'Guéli-Flusses betreut werden.



"Die Schwächsten haben in diesem Konflikt die größte Last zu tragen", sagte Sophie de Caen, UN-Koordinatorin in Kamerun. Nach ihren Angaben sind bis zu 75 Prozent der Flüchtlinge, die sich in Kousseri gemeldet haben, Frauen und Kinder.

Allein in der zweiten Märzwoche registrierte das Weltkinderhilfswerk UNICEF 58 Waisenkinder, die derzeit von einem Verband betreut und den Vereinten Nationen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Sie sind getrennt von den anderen Flüchtlingen untergebracht und erhalten psychologischen Beistand. Später sollen sie auch zur Schule gehen können.

Von N'Djamena über die Brücke nach Kousseri

Bei den Kämpfen zwischen der Armee und Aufständischen der aus drei Rebellenorganisationen bestehenden 'Union des forces de la résistance' (UFR) kamen in N'Djamena nach UN-Angaben mindestens 160 Zivilisten ums Leben.

Kousseri ist schwimmend oder zu Fuß und mit Kraftfahrzeugen von N'Djamena aus über eine Brücke zu erreichen, die über den N'Guéli führt. Die Stadt erwies sich als idealer Zufluchtsort für Menschen, die aus dem umkämpften N'Djamena fliehen wollten.

Auf der anderen Seite des Flusses werden die Flüchtlinge zunächst provisorisch in der Lehrerbildungsanstalt im grenznahe Stadtteil Madana aufgenommen. Dann werden sie nach Angaben des UNHCR-Vertreters in Kamerun, Jacques Franquin, ins 32 Kilometer entfernte Flüchtlingslager Maltam überstellt. Die Umsiedlung hat vor wenigen Tagen begonnen. Mehr als 10.000 Menschen sollen dort Platz in 4.000 bis 5.000 Zelten finden.

"Versorgungsprobleme haben wir nicht", berichtete Franquin. Er wies darauf hin, dass Tschad-Flüchtlinge, die in Kamerun unter freiem Himmel kampieren, an Atemproblemen leiden. Sie bekommen seit zwei Wochen den Harmattan zu spüren, einen aus der Sahara kommenden kalten, kräftigen Landwind, der während der Trockenzeit von November bis Februar Staub- und Sandwolken vor sich her treibt.

UN und NGOs versorgen und betreuen Flüchtlingskinder

Dem in Kamerun für UNICEF arbeitenden Arzt Clément Djuimo zufolge wurden bislang 2.234 Kleinkinder gegen Polio und 4.503 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 15 Jahren gegen Masern geimpft. Die Flüchtlingskinder, die er behandelt hat, sind traumatisiert oder leiden an Durchfallkrankheiten, Sumpffieber und Hautverletzungen. 2.234 Kleinkinder wurden mit Vitamin A versorgt. Hygienische und sanitäre Maßnahmen sollen den Ausbruch von Seuchen und die Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten verhindern.

13 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) beteiligen sich an der Versorgung der Flüchtlinge, so
Maurizio Giuliano, der Pressesprecher des Büros der UN-Koordinierungsstelle für humanitäre Hilfe (OCHA) in N'Djamena, bei einem Treffen in Jaunde.

Zudem leisten weitere zivile Organisationen wie das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen im Distriktskrankenhaus von Kousseri medizinische und technische Hilfe. Nach Angaben von Damien Laporte, Sprecher des französischen Hilfswerks 'Première Urgence', hat seine Organisation für die Tschad-Flüchtlinge in Kousseri Notunterkünfte gebaut und sie mit großen stabilen Schlafmatten versorgt.

Kameruns Behörden sehen in dem Flüchtlingsstrom aus dem Tschad, der sich nicht allein auf Kousseri im äußersten Norden beschränkt, ein Sicherheitsrisiko. Nicht alle leben in Flüchtlingslagern. Auch in Maroua, der Hauptstadt der Provinz Extrême Nord, und selbst in Jaunde sind Tschadflüchtlinge untergekommen. Berichten zufolge haben tschadische Armeeangehörige Flüchtlinge über die Grenze hinweg verfolgt. Manche tarnen sich in Kousseri als Einheimische.

Entschlossen, jeden Ausbruch von Gewalt in den Flüchtlingslagern zu verhindern, haben die verantwortlichen UN-Mitarbeiter bereits mehrfach mit Vertretern der Kameruner Behörden über weitere Vorbeugemaßnahmen beraten.
Situatin Report: reliefweb.int

17 Februar 2008

Hundstage

Hilfsaktion für Hunde in Kenia

Eine Oberösterreicherin fliegt am Samstag für eine Hilfsaktion nach Kenia. Die Frau setzt sich in der Krisenregion aber nicht für Menschen, sondern für Hunde ein. Die 50-Jährige bringt den Vierbeinern Futter, Spielzeug und Medikamente.
Seit der Präsidentschaftswahl herrschen in Kenia bürgerkriegsähnliche Zustände. Bilder dieser humanitären Katastrophe haben eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.
Trotz der gefährlichen Lage fliegt die 50-jährige Edith Kirchberger am Samstag selbst nach Kenia, um Spenden und Medikamente in die Krisenregion zu bringen - doch nicht für verzweifelte Menschen sondern für Hunde.

Hundefutter, Entwurmungsmittel, Zeckensalben, Hundespielzeug: All das stammt aus Spenden. Für ihre Aktion erntet Edith Kirchberger, die in Pichl bei Wels ein Tierasyl für kleine Hunde betreibt, nach eigenen Angaben viel Zuspruch. Auf ihrer Homepage im Internet veröffentlicht sie jedenfalls zahlreiche Unterstützungsschreiben von Menschen, die so denken wie sie: Dass nämlich gerade in Krisenzeiten die Tiere oft vergessen werden.

Auf die Frage, ob Menschen nicht vorgehen, sagt die Frau: "Da gibt es genug andere Organisationen, die das machen. Ich bin eben für Hunde zuständig."

Dass Ihre Mission gefährlich sein könnte, schreckt die 50-Jährige nicht ab. Erst kürzlich sind zwei deutsche Urlauber in Kenia getötet worden. Angst um ihr Leben habe sie trotzdem nicht, sagt Edith Kirchberger.

Der scheinbar selbstlose Einsatz der Hundefreundin stößt bei Hilfsorganisationen und kirchlichen Einrichtungen, die sich in Kenia um Hungernde und um Flüchtlinge kümmern, auf Kritik.

So sagt der Leiter des Sozialreferats der Diözese Linz: "Da wird Entsetzen herrschen, wenn jemand bemerkt, dass die Europäer in einer solchen Katastrophenzeit für sie eine Hundehilfe bereitstellen. Die werden sich fragen, ob die Menschen den Europäern weniger wert sind, als die Hunde."
Auch der Präsident des Oberösterreichischen Roten Kreuzes, Leo Pallwein-Prettner, hat Bedenken: "Ich meine, dass das keinen Sinn hat. Außerdem ist es gefährlich, ohne Organisation und ohne Rückhalt in solche Gebiete zu gehen. Ich würde dringend davon abhalten."
Doch Kritik prallt an der "Hundeexpertin" ab. Sie glaubt weiterhin fest an den Sinn ihrer Hilfsaktion für Hunde in Kenia.
Quelle: orf.at
Bild: Kirchberger


09 Februar 2008

Wer bastelt mit?

Um verschieden Materialien und Techniken zur Erstellung von Hygiene-Promotion-material auf ihre Tauglichkeit zu testen lud Wolfgang Stöckl zum Workshop in den ehemaligen Wirtschaftshof.

Da wurde nicht nur am Computer getüftelt sondern auch Schablonen gebastelt, Stempel hergestellt mit verschieden Farben und Stiften gemalt und sogar gebügelt.

Die Ergebnisse werden Wolfgang zur beim nächstem Meeting der IFRC Arbeitsgruppe als Anschauungsmaterial dienen.

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In die Vollen

Zum sportlichen Wettkampf versammelten sich die Trinkwasseraufbereiter und Trinkwasseraufbereiterinnen in Steyr ein. Neben interessanten Informationen und Gedankenaustausch winkten den besten Keglern auch attraktive Preise. Die bronzene Schlauchschelle ging an Gerhard A. (Bezirksstelle Steyr-Stadt). Bruno H. (Bezirk Kirchdorf) musste sich lediglich Ronny F. (Steyr-Stadt) geschlagen geben, dem wir besonders für die von ihm zur Verfügung gestellten edlen Tropfen danken.
Der Preis für den weitestgereitsten Teilnehmer ging an Wilhelm aus Hamburg. Die Damenwertung gewann souverän Edith H. aus dem schönen Kufstein.
Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch von „Schnopfi“.
Die ungezwungene Veranstaltung soll nicht die letzte ihrer Art gewesen sein.

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Hilfe für Tschad-Flüchtlinge in Kamerun

Während Österreichs Soldaten weiter auf eine Entspannung der Lage im Tschad und den Marschbefehl der EU warten, flog der pensionierte Chirurg Hagen Ernstbrunner gestern ins Krisengebiet.

Schon bald wird der 63-jährige Arzt aus Niederösterreich in Kamerun eintreffen. In einem der vielen Camps nahe der Grenze zum Tschad will sich der Chirurg für die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ um die Versorgung tschadischer Kriegsflüchtlinge kümmern.

Keine leichte Aufgabe: Das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen gehen nach den jüngsten Unruhen davon aus, dass sich mehrere zehntausend Menschen auf den Weg nach Kamerun gemacht haben.

Eigentlich ist Ernstbrunner seit drei Jahren in Pension, und dennoch zieht es den Niederösterreicher immer wieder in Krisenregionen. Bereits elf Mal war er für Hilfsorganisationen im Ausland. „Ich mache das, weil ich helfen will“, sagt Ernstbrunner im Gespräch mit den OÖN einen Tag vor seiner Abreise. „In solch einem Land zu arbeiten, ist außerdem eine interessante fachliche und menschliche Herausforderung. Ein bisschen Abenteuerlust gehört natürlich auch dazu.“

„Leben ist immer Risiko“

Der Gefahr seines Einsatzes ist sich der erfahrene Arzt bewusst, Angst hat er keine: „Wenn man sein Leben wirklich lebt, besteht es immer aus Risiko.“ Seine Frau sehe das – erwartungsgemäß – anders: „Sie ist mit meinen Reisen nicht ganz zufrieden und leidet mehr als ich.“

Erschwert wird Ernstbrunners Arbeit vor allem durch die schlechte medizinische Ausrüstung vor Ort: „Ich werde zwar nicht mit einem Fallschirm in der Wüste abgeworfen, aber europäische Standards darf man nicht erwarten.“ Wie viele Patienten ihn erwarten, weiß der Chirurg nicht. „Ich rechne aber mit bis zu 100.000 Flüchtlingen, viele von ihnen mit schweren Schussverletzungen“, sagt Ernstbrunner, der mehrere Lager sowie die tschadische Hauptstadt N’Djamena besuchen wird.

Mit der psychischen Belastung kann der 63-Jährige gut umgehen. Seine Kindheit hat er auf der indonesischen Insel Java verbracht, das Leben in einem Dritte-Welt-Land ist ihm nicht fremd. „Ich habe einen Schalter in der Seele. Wenn ich im Kriegsgebiet bin, lege ich ihn um und passe mich an. Und handeln ist schließlich besser als zusehen.“

08 Februar 2008

Bitterarmes Ölland Tschad

Rebellen wollen Teil vom Kuchen

Das politische Überleben des tschadischen Präsidenten Idriss Déby hängt am seidenen Faden. Noch verbarrikadiert er sich in seiner Residenz und lehnt das Angebot der Franzosen ab, ihn auszufliegen. Vermutlich vertraut er auf die Hilfe der französischen Armee, die ihn auch 1990 beim Sturz seines Vorgängers unterstützt hat. Damals marschierte Déby aus dem Sudan ein, ebenso wie heute die Rebellen. Unter ihren Anführern sind zwei Neffen Débys und ein ehemaliger tschadischer Botschafter in Riad. Die drei Rebellengruppen, die sich zusammengeschlossen haben, haben kein politisches Programm. Ihr einziges Ziel ist es, Déby zu stürzen und selber vom Ölreichtum des Landes zu profitieren.
Der Tschad ist ein junges Ölland, das derzeit wichtigste Ölfeld wurde erst 1990 entdeckt. Weil es keinen direkten Zugang zum Meer gibt, musste eine etwa 1000 Kilometer lange Leitung bis nach Kamerun gelegt werden. Da der Tschad zugleich eines der ärmsten Länder der Welt ist, bot die Weltbank folgenden Deal an: Sie wollte den Bau der Pipeline finanzieren, dafür musste der Tschad sich verpflichten, die Einnahmen aus dem Ölexport zur Bekämpfung der Armut einzusetzen. Ein vom US-Konzern ExxonMobil geführtes Konsortium fördert seit Ende 2003 Öl im Tschad. Die Ölvorkommen werden auf 1,5 Milliarden Barrel geschätzt.

Aus den schönen Plänen, den Ölreichtum den Armen zukommen zu lassen, wurde nichts. Die tschadische Regierung löste einen entsprechenden Fonds auf, um ihre Beamten zu zahlen. Seitdem versickert ein beträchtlicher Teil des Geldes. Die Rebellen möchten dabei nicht länger zusehen.
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03 Februar 2008

Tschad: EUFOR-Soldaten flüchteten in Hotelbunker

Soldaten des Bundesheeres im Tschad gerieten ins Zentrum der Kämpfe um die Hauptstadt N’Djamena.

Die österreichischen EUFOR-Soldaten im Tschad wurden Samstag von den Rebellen regelrecht überrollt. Sie mussten zusehen, wie die Angreifer das Parlament abfackelten.
30 Soldaten flogen Donnerstag in den Tschad, um die Flughäfen N’Djamena und Abéché zu erkunden. Freitag stand jedoch bereits eine Rebellenarmee mit etwa 4000 Soldaten und 300 mit Artillerie bestückten Lkw vor der Hauptstadt N’Djamena.

Inzwischen verließen die 15 Österreicher des Abéché-Erkundungsteams mit ihrer Hercules wieder den Tschad, das 15-köpfige Erkundungsteam in der Hauptstadt blieb unter dem Kommando des Kontingentskommandanten, Oberst Heinz Assmann, im Kempinski-Hotel, wo es sich im Bunker des Hotels aufhält.

Die Vorbereitungen der Regierungsarmee zur Verteidigung der Stadt dürften nichts gefruchtet haben. Samstag meldeten die österreichischen Soldaten schweres Gewehrfeuer. Den Rebellen war der Einbruch in die Stadt gelungen. Der tschadische Präsident Idriss Déby ist seitdem untergetaucht. Gleichzeitig berief der französische Präsident Nicolas Sarkozy eine Krisensitzung ein.

31 Januar 2008

Öffentlichkeitsarbeit des ÖRK hat neue Chefin

Mag. Andrea Winter leitet ab 1. Februar die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Presse- und Medienservice im Österreichischen Roten Kreuz. Sie folgt damit Bernhard Jany, der im Rotkreuz-Landesverband Burgenland die Geschäftsführung übernimmt.

Unter Beibehaltung der starken Kompetenz in der Katastrophenhilfe, aber auch als größter Rettungsdienstanbieter Österreichs, nimmt das Österreichische Rote Kreuz verstärkt seine gesellschaftspolitische Funktion wahr. In einem umfassenden Leistungsportfolio setzt sich das Österreichische Rote Kreuz für die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Stellung von schwachen und benachteiligten Menschen ein. "Gemeinsam mit Medienpartnern kann man diesen eine Stimme geben," so Andrea Winter, und "Themen, die uns alle betreffen ins Bewusstsein der Bevölkerung rufen." Schwerpunkte liegen unter anderem in der aktuell heiß diskutierten Pflegesituation, im Bereich Migration und Integration, in der Stärkung der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit und selbstverständlich im größten geplanten Sanitätseinsatz in der Geschichte des Österreichischen Roten Kreuzes, der EURO 08.
Andrea Winter ist in Graz geboren und hat an der Universität Wien Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert. Nach journalistischer Tätigkeit ist sie seit über sieben Jahren im Bereich Marketing und Kommunikation in der humanitären Szene tätig. Für das Österreichische Rote Kreuz war die Steirerin nach dem Tsunami für eineinhalb Jahre in Sri Lanka, seit August 2006 ist Mag. Winter im Generalsekretariat des Roten Kreuzes beschäftigt.

30 Januar 2008

Ohne Maulkorb?


Nach der gestrigen feierlichen Verabschiedung brach heute die Vorhut des österreichischen Kontingents in den Tschad auf. Mit an Bord Major Manfred Prantl. Der Berufsoffizier aus Tirol zeichnet für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich und berichtet von vorderster Front über die gefährliche Mission.

Hier geht’s zum Tagebuch...


Bild: Auch ein Militärhund wird die Soldaten in den Tschad begleiten. (Österreichisches Bundesheer)

29 Januar 2008

Abmarsch: Erste Soldaten brechen in den Tschad auf

Für das 160 Mann starke Kontingent wird es ernst: Am Mittwoch wird das Vorauskommando in die afrikanische Krisenregion aufbrechen.

Mit Musik, Bier und Gulasch wurde das österreichische Tschad-Kontingent offiziell verabschiedet. In seiner Ansprache bei der Feier in der Rossauer Kaserne bekräftigte Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) vor zahlreichen Reportern einmal mehr, dass es sich bei der EU-Mission um einen humanitären Einsatz handle: "Es geht um Frauen und Kinder". Er munterte die Soldaten auf, sich von den Diskussionen rund um den umstrittenen Einsatz nicht beirren zu lassen, denn sie stünden "auf der richtigen Seite".

Bild: Oberst Heinz Assmann verdeutlichte den Auftrag seiner Soldaten: "Wir werden für die Sicherheit von Frauen, Kindern und Männern sorgen".
Trotz der überbrachten Grüße vom obersten Befehlshaber, Bundespräsident Heinz Fischer, kam bei der Feier freilich keine wirkliche Freudenstimmung auf. So meinte etwa die Lebensgefährtin eines Soldaten aus der Steiermark, sie sei nicht erfreut, es sei jedoch der Beruf ihres Mannes. Sorgen mache sie sich vor allem darum, wie ihr Lebensgefährte das im Tschad Erlebte nach dem Einsatz verarbeiten werde.

Das Vorauskommando wird am Mittwoch in die afrikanische Krisenregion aufbrechen. Danach wird die restliche Truppe schrittweise nach Afrika verlegt.

Die EUFOR-Truppe umfasst insgesamt rund 4.000 Soldaten, Frankreich stellt mit 2.000 Mann das stärkste Kontingent. Aufgabe der Soldaten ist es, Flüchtlingslager an der Grenze zum Sudan zu schützen.
"Diese Menschen brauchen unsere Hilfe"
In seiner Rede sprach Darabos weiterhin von den blutigen Bildern, die sudanesische Kinder gezeichnet hätten. Die Auswüchse des Bürgerkrieges im Sudan seien für uns kaum vorstellbar. "Diese Menschen brauchen unsere Hilfe", so Darabos. Es gehe darum, die Verschleppung von Kindern und Vergewaltigungen von Frauen zu verhindern.

Scharf verurteilt wurden von Darabos die Diskussionen um den Einsatz. In der Öffentlichkeit seien die sachlichen Argumente noch nicht durchgedrungen und es "wird auf ihrem Rücken polemisiert", so Darabos in Richtung der Soldaten. Der Minister zeigte sich gleichzeitig überzeugt, dass sich mit den ersten Bildern vom Einsatz der österreichischen Soldaten auch die öffentliche Meinung zum Positiven wenden werde.
Trainingslager: Tiergarten Schönbrunn
Der Kontingentskommandant Heinz Assmann bestätigte, dass die heftigen Debatten für Verunsicherung unter den Angehörigen gesorgt hätten. Man sei dem jedoch mit Fakten begegnet. Das Risiko sei kalkulierbar.

Auch die Äußerungen von tschadischen Rebellen in den Medien hätten in der ersten Phase verunsichert. Im Nachhinein habe es sich jedoch herausgestellt, dass es eine gezielte Medienkampagne gewesen sei. Der Kommandant bekräftigte einmal mehr, dass die Truppe bestens ausgerüstet sei. Tipps für den Umgang mit gefährlichen Tieren im Tschad haben sich die Soldaten im Schönbrunner Tiergarten geholt.

23 Januar 2008

Bernhard Jany verläßt das Generalsekretariat

Bernhard Jany - von vielen Presseaussendungen bekannt - veräßt das GS um Geschäftsführer des LV Burgenland zu werden.
Quelle: orf.at

19 Januar 2008

Kegeln

20080208 Einladung Kegeln

Alle Info´s zu den TWA Pflichtübungen 2008

Da wir letztes Jahr aufgrund Teilnehmermangel einen Übungstermin absagen mussten, wird es heuer nur mehr zwei Übungstermine geben. Wir sind bemüht die Wochenenden so interessant wie nur möglich zu gestalten und freuen uns auf eine gute Teamarbeit im ganzen TWA Team OÖ.
Termin 1 --- Materialkunde/Pflege:
Freitag 14. März 2008 - Sonntag 16. März 2008
Beginn: Freitag um 13:00 Uhr
Ende: Sonntag ca. 13.00 Uhr
Treffpunkt ist das TWA Lager in Steyr

Inhalt der Übung:
• Durchsicht/sortieren des gesamten Übungsmaterials
• Inventur / kontrollieren des Materials
• ev. Reparaturen durchführen
• reinigen
• fehlende Kennzeichnungen durchführen
• usw.......
Am Abend gibt es wieder diverse Vorträge, Bilder und Berichte von einigen Kollegen.


Termin 2 ---Anlage/Chemie: (inkl. anschließend 2 Tage FreeStyleCard)

Freitag 18. Juli 2008 - Dienstag 22. Juli 2008
Beginn: Freitag um 13:00 Uhr
Ende: Dienstag ca. 19.00 Uhr
Treffpunkt ist das TWA Lager in Steyr

grundsätzlicher Inhalt der Übung:
• Aufbau und Training an der TWA 10 Anlage
• üben mit der Chemie/Labor/Pumpen
• Aufbau der neuen ScanWater Anlage
• Besichtigung und Einführung der neuen ScanWater Anlage
zusätzlich geplant:
• ev. RK Mitarbeiter aus der Balkanregion einladen (ist so eine Idee)
• am Wochenende großteils in englisch zu kommunizieren (ev. int. Teilnehmer)
• ev. Beteiligung des LV Steiermark und LV Kärnten an der Übung
• ev. Abschluss des gemeinsamen TWA Grundkurses Stmk./Kroatien
Am Abend gibt es wieder diverse spannende Vorträge, Bilder und Berichte von einigen Kollegen und eventuell interessante Berichte von Kollegen der anderen Lv´s und den int. Teilnehmern.

am Montag und Dienstag: Ferienaktion FreeStyleCard08

Montag: von 13:00 Uhr - 17:00 Uhr ca. 20 - 25 Kinder
Dienstag: von 13:00 Uhr - 17:00 Uhr ca. 20 - 25 Kinder
• mit den Kindern die Anlage aufbauen
• den Kindern allgemeines über Wasser spielerisch vermitteln
• mit ihnen an den Anlagen arbeiten
• Experimente mit der Chemie (Flockung, usw...)
• Kollegen aus der Balkanregion werden den Kindern über ihr Land berichten
• "Frage-Antwort Spiel"
Wenn von Euch noch jemand tolle Ideen dazu hat, bitte bekannt geben und einbringen, Danke.


Unterkunft & Verpflegung:
es steht uns wieder der eh. Wirtschaftshof des Mag. Steyr zur Verfügung. Zusätzlich werden Zelte am Gelände aufgestellt. Duschen und waschen ist nur mit kalten Wasser möglich. Zusätzliche Duschen werden am Übungsgelände errichtet.
Feldbetten und Decken sind vorhanden, Schlafsack ist selbst mitzubringen.

Es wird wieder eine "einfache" Kost zur Verfügung stehen. Warme und kalte Getränke sind durchgehend vorhanden
Im Sommer werden wir auch den einen oder anderen gemütliche Grillabend einplanen.

Das Geschirr, Essbesteck und Trinkbecher müssen alle selber mitnehmen.
Die Übungen finden bei jeder Witterung statt.

In Überlegung:
Da ja da Sommerferien sind, am Sonntag einen Familien/Kindernachmittag für unsere Familien mit einem Lagerfeuer am Abend zu gestalten. Geschlafen wird dann in den Zelten. Wäre sicher eine tolle Sache für die Kinder. Mal sehen,.............Anregungen, Ideen usw. immer willkommen.



Teilnahme und Anmeldung zu den Übungsterminen:

Es wird von Euch erwartet, dass Ihr im Jahr 2008 mind. drei Tage an Pflichtübungstagen absolviert. Entweder ein ganzes Wochenende oder verteilt auf die zwei Übungstermine.
Die Teilnahme an der FreeStyleCard gilt ebenfalls als Pflichtübung.

Damit wir die Termine/Übungen für Euch bestens planen/gestalten können ist eine genaue Anmeldung von Euch zwingend nötig.!!!!!
Sendet sie bitte per Mail.

18 Januar 2008

15 Januar 2008

Im Süden Afrikas droht humanitäre Katastrophe

Schwere Überschwemmungen bedrohen die Bevölkerung - Ein Ende der starken Regenfälle ist nicht absehbar



Bild: Flood waters surround the city of Mutarara, Tete Province, Mozambique, January 13, 2008. Hundreds of families have fled raging floodwaters which swamped scores of small towns and large areas of agricultural land in Mozambique' s central Sofala province, Radio Mozambique reported on Sunday.
Quelle: REUTERS/ Grant Lee Neuenburg (MOZAMBIQUE)

Schwere Überschwemmungen bedrohen die Bevölkerung im südlichen Afrika. Allein bis heute zählt das Rote Kreuz rund 70.000 betroffene Menschen. Infrastruktur und Ernten wurden vernichtet. Laut Vorhersagen werden die ungewöhnlich starken Regenfälle noch bis April anhalten, eine humanitäre Katastrophe droht. Besonders dramatisch ist die Lage in Mosambik.
"Der internationale Rotkreuz-Katastrophenfonds wurde bereits aktiviert, rund 660.000 Euro sind für die betroffenen Regionen zugesagt", sagt Max Santner, Leiter der Internationalen Hilfe beim Österreichischen Roten Kreuz. Aufgrund guter Vorsorgepläne laufen die Hilfsmaßnahmen bereits seit Tagen auf Hochtouren. Das Rote Kreuz in Mosambik evakuiert die Menschen aus den betroffenen Gebieten, bringt sie in Notunterkünfte und versorgt sie dort. 400 Rotkreuz-Freiwillige helfen in den Überflutungszonen.

Das Österreichische Rote Kreuz arbeitet seit 2001 in Mosambik, um langfristig die Lebenssituation der Menschen zu verbessern. Im Mittelpunkt der Hilfe stehen Wasser- und Hygieneprojekte sowie ein Programm zur Gesundheitsprävention. Nach den schweren Fluten im Jahr 2001 konnten viele Menschen überzeugt werden, nicht mehr in die stark gefährdeten Gebiete zu ziehen. "Maßnahmen, ohne welche die Opferzahlen weitaus höher wären", so Santner.
Trotz Vorsorgemaßnahmen ist derzeit mit einer weiteren Verschlimmerung der Situation zu rechnen, laut Vorhersagen können die Regenfälle bis April andauern. Internationale Hilfe ist dringend notwendig.

Das Österreichische Rote Kreuz bittet um finanzielle Unterstützung:
Kennwort "Afrika Überflutungen"
Konto: 2.345.000, PSK, BLZ 60.000
ONLINE-SPENDEN: https://spende.roteskreuz.at

11 Januar 2008

Globale Erwärmung

Der Klimawandel ist die größte Herausforderung der nächsten Jahrzehnte.

07 Januar 2008

ÖRK schickt Hilfsgüter nach Kirgisistan

Zu Silvester erschütterte ein Erdbeben das Hochgebirgsland
Mit einer Stärke von 7,0 auf der Richterskala erschütterte kurz vor dem Jahreswechsel ein Erdbebeben den zentralasiatischen Staat. Mehrere tausend Menschen wurden obdachlos. Das Bundesministerium für Inneres ersuchte das Österreichische Rote
Kreuz um Unterstützung.

Morgen früh, 8.01., wird eine Frachtmaschine Typ AN12 nach Osh, einer Stadt im Zentrum der Erdbebenregion, abheben. Das Epizentrum lag 140 Kilometer südsüdöstlich von der Hauptstadt Bischkek. Das Rote Kreuz schickt 20 Heizkanonen und Zelte in die Krisenregion, 200 Menschen finden in diesen Zelten Unterkunft. Der Warenwert der Hilfsgüter beträgt 101.000 Euro. Die Temperaturen in Kirgistan liegen momentan
unter dem Gefrierpunkt.
Vor Ort werden der Kirgisische Rote Halbmond sowie die nationale Zivilschutzbehörde die Zelte und Heizkanonen übernehmen und zu den betroffenen Menschen transportieren.
Quelle: Rotes Kreuz

04 Januar 2008

Eine halbe Million Kenianer in Not: IKRK stockt Hilfe auf

Angesichts der Gewalt in Kenia weitet das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seine Hilfe für das ostafrikanische Land aus. Das Kenianische Rote Kreuz werde mit zusätzlichem Personal und Material unterstützt, teilte das IKRK mit.

Laut IKRK wurden bei den Unruhen hunderte Menschen getötet oder verletzt; zehntausende wurden vertrieben. Zunächst würden unter anderem Nahrungsmittel und Material zur Wasseraufbereitung geschickt, die den Bedarf von «mindestens 10' 000 durch die derzeitige Gewalt Vertriebene für einige Wochen deckten.

Ferner würden Spitäler, Ambulatorien und Erste-Hilfe-Stationen versorgt, damit sie den Zustrom von Patienten bewältigen könnten. Da Dauer und Ausgang des Konflikts ungewiss seien, halte sich das IKRK bereit, seine Tätigkeiten noch zu verstärken, heisst es im Communiqué.
Zusätzliche 15 Millionen nötig
An die kenianischen Behörden, Stammes- und Parteiführer appellierten IKRK und Kenianisches Rotes Kreuz, «dafür zu sorgen, dass Leben, Würde, Sicherheit und Eigentum der Bevölkerung unterschiedslos geachtet» würden und humanitäre Organisationen Zugang zu den Gewaltopfern erhielten.

Ferner bat das IKRK seine Geber um zusätzliche 15 Millionen Franken für Kenia. Die Bitte wurde auch in der Schweiz erhört: Die humanitäre Hilfe des Bundes gab 200'000 Franken frei, wie die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) mitteilte.

Seit Mittwoch ist überdies ein Schweizer Experte für humanitäre Hilfe in Nairobi. Er soll unter anderem die dringendsten Bedürfnisse abklären und Sofortmassnahmen in die Wege leiten.
UNICEF: 500'000 brauchen Hilfe
Nach einer Schätzung des UNO-Kinderhilfswerk UNICEF benötigen etwa 500'000 Kenianer humanitäre Hilfe. UNICEF teilte am Freitag mit, dass es etwa 50'000 von Mangelernährung bedrohte Kinder sowie tausende Schwangere und stillende Mütter versorgen wolle.

Zudem sollen Familien mit dem Nötigsten unterstützt werden. Die Organisation fordert, Frauen und Kinder müssten vor Übergriffen geschützt werden. Es gebe Berichte über zahlreiche Fälle von sexueller Gewalt.

Unreines Wasser: Bürgermeister muss zahlen

WINDISCHGARSTEN/STEYR. Weil er seine Einwohner nicht rasch genug über mit Colibakterien verseuchtes Trinkwasser informiert haben soll, wurde der Bürgermeister von Windischgarsten zu einer Geldbuße verdonnert.

Anfang August 2006 hatte die Gemeindeärztin Bürgermeister Norbert Vögerl (kleines Foto unten) über Durchfallerkrankungen in der Gemeinde informiert, die womöglich durch verseuchtes Wasser verursacht worden seien. Drei Tage später erging bereits eine amtliche Mitteilung an die Gemeindebewohner, zwei weitere Tage später wurde offiziell informiert, dass tatsächlich Verunreinigungen durch Colibakterien festgestellt worden seien. Den Bürgern wurde geraten, das Wasser vorsorglich abzukochen.

Von dem verunreinigten Wasser waren damals rund 3500 Einwohner betroffen. Auch in der Gemeinde Spital am Pyhrn stand in einigen Haushalten kein einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung. Der Gemeinderat beschloss damals, eine so genannte UV-Anlage anzukaufen, um mit der ultravioletten Strahlung die Keime abzutöten. Der Windischgarstner Amtsleiter Arthur Rohregger bestätigte den OÖN im August 2006, dass das Trinkwasser in der Gemeinde mit Chlor behandelt werden müsse. Dadurch sei das Wasser unbedenklich, schmecke aber nicht mehr so gut, hieß es. Bei den Karstböden in der Pyhrn-Priel-Region sei ein Eintrag von Bakterien ins Grundwasser schnell und einfach möglich, hieß es als Erklärung für die Verunreinigungen aus dem Ressort von Wasserschutz-Landesrat Rudolf Anschober.

Im September 2006 leitete die Staatsanwaltschaft Steyr allerdings Untersuchungen gegen die Windischgarstner Gemeindeorgane wegen möglichen Fehlverhaltens ein. Die Anklagebehörde stützt sich auf das Lebensmittelgesetz, wonach eine umgehende Information der Bevölkerung - etwa durch die Feuerwehr - gesundheitliche Gefährdungen früher verhindert hätte.

Es kam aber nicht zur Anklage. Das Verfahren wurde mittels einer Diversion erledigt. Der Bürgermeister musste 5750 Euro, der Amtsleiter 7750 Euro Geldbuße bezahlen. Da es sich um eine Diversion und nicht um eine Gerichtsstrafe handelt, sind die Gemeindevertreter aber nicht vorbestraft.