19 Juni 2007

Weltflüchtlingstag: Rotes Kreuz betont Langzeit-Hilfe für den Sudan

Basisgesundheitsversorgung in Darfur und langfristige Wiederherstellung der Lebensbedingungen im Zentrum der Hilfe
Rund zwei Millionen Binnenflüchtlinge und über 200.000 Todesopfer verzeichnet der Sudan bis dato. Grund dafür sind Konflikte, mangelnde Ressourcen, allem voran Wasserknappheit, und Naturkatastrophen. Anlässlich des Weltflüchtlingstages hebt das Österreichische Rote Kreuz in einer Aussendung die Notwendigkeit der umfassenden Hilfe und des langfristigen Engagements für das größte afrikanische Land hervor.

Seit Jahren zählt der Sudan zur den weltweit größten Krisenregionen. "Das Ausmaß der Katastrophe ist enorm, die Situation ist angespannt. Ein Klima mit Temperaturen bis zu 50 Grad erschwert die Lebensbedingungen für Flüchtlinge wie auch Helfer. Aufgrund der Konflikte haben sich bereits viele Organisationen zurückgezogen, aber das Rote Kreuz bleibt", betont Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des ÖRK, die Kapazität und den "langen Atem" des Roten Kreuzes.
Sudan größtes Rotkreuz-Aktionsgebiet
Seit 1978 ist das Internationale Rote Kreuz mit 160 Delegierten aus dem Ausland und 2000 sudanesischen Mitarbeitern an Ort und Stelle. Mit einem Jahresbudget von 48 Millionen Euro ist der Sudan das weltweit größte und bedeutendste Rotkreuz-Aktionsgebiet. 40.000 Freiwillige leisten einen maßgeblichen Beitrag zur Rotkreuz-Arbeit in einem schwierigen Umfeld.
Mit drei österreichischen Delegierten spannt alleine die Hilfe des ÖRK einen weiten Bogen: mittels Mobiler Kliniken versorgt das Rote Kreuz in der Krisenregion Darfur rund 60.000 Menschen mit Basisgesundheitsdiensten. Die Hilfe reicht von Erstversorgung über Medikamentenverteilung bis zu Impfprogrammen. Im Zentrum des Landes, in der Provinz Kordofan, liegt der Schwerpunkt des Programms in der Wiederherstellung der Lebensbedingungen für Rückkehrende. "Hier gilt es, die Menschen in ihrer ehemaligen Heimat wieder zu integrieren und ihnen Perspektiven für die Zukunft zu geben", so Kopetzky.
"Ersten, die kommen und letzten, die gehen"
Oberste Priorität hat sauberes Trinkwasser, das durch den Bau von Brunnen gewährleistet wird. Kombiniert mit Hygienetrainings werden Krankheiten maßgeblich reduziert. Zur Sicherstellung der Grundbedürfnisse und als Perspektive für die Zukunft umfasst das Programm auch Obst- und Gemüseanbau. "Unzählige Menschen im Sudan mussten alles zurücklassen und stehen vor dem blanken Nichts. Wir sind die ersten, die kommen und die letzten, die gehen", so Kopetzky zur Rotkreuz-Hilfe.

14 Juni 2007

Österreichische WatSan-Spezalisten schulen Malaysische Helfer

WATSAN – Schulung Kuching / Malaysien
von Petra Egger u. Didi Gabrovec, ERU WATSAN
Sicher jeder erinnert sich noch an das verheerende Seebeben am 26. Dezember 2004 und den darauf folgenden Tsunami, der weltweit mehr als 200.000 Menschen das Leben kostete. Die ERU-WATSAN des Österreichischen Roten Kreuzes war in den ersten Monaten des Jahres 2005 in Indonesien und Sri Lanka unterwegs um die betroffene Bevölkerung mit lebensnotwendigem sauberem Trinkwasser zu versorgen. Nachdem unser Einsatz nach 4 Monaten beendet war, und wir genug Helfer ausgebildet hatten, wurden unsere Anlagen in Banda Aceh noch länger als ein Jahr, bis Mitte 2006, weiter betrieben. Danach wurde eine Anlage in Banda Aceh eingelagert und die andere dem Malaysischen Roten Halbmond als Spende übergeben.

Es hat eine Zeit lang gedauert, aber heuer war es soweit und die MRCS (Malaysian Red Crescent Society) hat uns, neben Chemikern des lokalen Wasserwerkes und einem WATSAN-Delegierten aus Bangkok, als Trainer zu einer Ausbildung eingeladen. Ziel soll es sein ein Team aufzubauen, welches in den ersten Tagen nach einer Katastrophe sozusagen als „First Responder“ die Zeit überbrückt, bis eine ERU im Einsatzgebiet die Versorgung übernimmt.

Als der Anruf von Günter Stummer, unserem Mann im Generalsekretariat, kam, waren wir, Didi und ich, sofort begeistert von der Idee wieder nach Süd-Ost-Asien zu reisen, um den Leuten da zu helfen, auch wenn die Hilfe diesmal anders aussehen sollte. Gemeinsam haben wir dann also am 23. Mai die Reise in Richtung Süd-Osten angetreten.

Zielort war Kuching, eine Stadt im Bezirk Sarawak auf der Insel Borneo. John Lam, der uns am Flughafen abholte, war uns auch aus Banda Aceh schon bekannt, da wir im Einsatz schon die ersten Malaysischen Mitarbeiter auf die Anlage eingeschult hatten, und der Empfang war dementsprechend herzlich.
Gleich am ersten Abend wurden wir zu einem Abendessen eingeladen, bei dem wir weitere bekannte Gesichter wieder sahen. Am nächsten Tag trafen die anderen Teilnehmer ein, insgesamt mehr als 30 Personen. Nachdem wir die Anlage kurz gecheckt hatten, wurden die 30 Teilnehmer an den nächsten drei Tagen in drei rotierenden Gruppen in den Bereichen allgemeine Arbeitsbereicht und –weise der RKRH-Bewegung, Rohwasser, chemische Vorbehandlung, Technik, Reinwasser, Lagerung und Verteilung und Labor geschult. Die Stimmung war durchwegs gut und die Leute waren sehr interessiert und engagiert. Auch die durchwegs sehr warmen tropischen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit, wie wir sie aus Indonesien schon kannten, konnte der guten Zusammenarbeit nichts anhaben. Durch das große Engagement konnten wir in den drei Tagen mehr erreichen, als wir zuerst angenommen hatten, und die Leute konnten die Anlage fast ohne fremde Hilfe bedienen.

Als Dankeschön für unsere Bemühungen wurden wir am Ende der Ausbildung zu einem 8gängigen Dinner eingeladen, wo jeder Teilnehmer, auch die Trainer, vom Vizepräsidenten der MRCS ein Dekret überreicht bekam, was am nächsten Tag auch in allen wichtigen Zeitungen des Landes zu sehen war.

Bis aus den Teilnehmern ein erfahrenes Einsatzteam wird, wird noch ein wenig Zeit vergehen, aber sie sind auf dem besten Weg und wir sind bemüht Ihnen auch weiterhin zu helfen. Vielleicht treffen wir den einen oder anderen ja im Feld wieder. Auf jeden Fall wünschen wir ihnen weiterhin viel Erfolg!

11 Juni 2007

Werner Kerschbaum in Darfur

Der stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, hat Darfur, eine der weltweit größten Krisenregionen, besucht.

Von Spitzenpolitikern viel diskutiert, für Medien zum kaum erreichbaren Hot-Spot stilisiert, ist der Westen des Sudan allem voran eine Heimat für geschätzte zwei Millionen Binnenflüchtlinge geworden.

Über 200.000 Menschen fanden laut UN-Angaben bereits den Tod. Das ÖRK betreibt im West-Darfur ein Projekt zur Basisgesundheitsversorgung. Werner Kerschbaum kehrt nach zehn Tagen im größten Land Afrikas tief beeindruckt zurück.
Quelle: österreichisches Rotes Kreuz

zum Reisebericht...

06 Juni 2007

125 Jahre Rotes Kreuz Gmunden

Das 125jährige Bestehen feierte das Rote Kreuz in Gmundenam Samstag den 2. Juni.

Die Trinkwasseraufbereitung durfte da natürlich nicht fehlen.

Die Bezirksstelle Steyr Stadt stellte großzügig ihre Resourcen zur Verfügung. Gerhard Aglas, Karl Radner und Wolfgang Stöckl nahmen sich Zeit.

Vielen Dank!

Mehr Bilder dieser Veranstaltung...

31 Mai 2007

Samariterbund: Wien koordiniert intern. Katastropheneinsätze

Beim Samariterbund International Kongress (SAINT), der am 16. und 17. Mai 2007 im Rahmen der 80-Jahr-Feier des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs stattfand, wurden neue Strategien für künftige Vorgehensweisen beschlossen. Ein Fixpunkt wird die Errichtung einer Einsatzzentrale (CIC - Crisis Information Center) für internationale Katastropheneinsätze in Wien sein. Konkret soll ein "Krisenzentrum" eingerichtet werden, das im Bedarfsfall binnen weniger Stunden voll einsatzbereit ist. Von Wien aus sollen internationale Einsätze koordiniert werden. In Wien sitzt der Krisenstab, der die jeweils best geeignete Mannschaft für einen Einsatz auswählt und einen genauen Einsatzplan erstellt. "Wien zeigt vor, wie das Gesundheitswesen ohne Blick auf Herkunft, Alter, Geschlecht oder Einkommen im Dienste aller WienerInnen gestaltet werden kann. Auch bei Katastropheneinsätzen setzt die Stadt Wien auf nachhaltige und konkrete Hilfe vor Ort. Es freut mich, dass Wien nun auch als Basis und Drehscheibe für internationale Katastropheneinsätze des Samariterbundes aktiv werden kann", erklärte die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely. ASBÖ-Präsident Franz Schnabl: "Wien ist durch die geographische Lage im Herzen Europas prädestiniert. Weiters haben wir durch Einsätze wie beispielsweise im Kosovo, in Marokko und Sri Lanka Erfahrungen in Krisensituationen sammeln können."

"Bei Großkatastrophen zählt jede Minute. Hilfeleistungen in den ersten Stunden sind von enormer Bedeutung. Wer in so einer Situation nicht koordiniert agiert, richtet großen Schaden an. Menschen in Not brauchen im Katastrophenfall sofort Hilfe", erklärt SAINT-Präsident Dr. Friedhelm Bartels.
Die Verbindungen in SAINT
SAINT setzt sich derzeit aus folgenden Ländern zusammen: Deutschland, Österreich, Dänemark, Südtirol/Italien, Litauen, Tschechien, Ungarn, Lettland, Polen, Ukraine, Frankreich, Norwegen, Slowakei. "Das Gute an diesem Zusammenschluss ist, dass jedes Land einen Schwerpunkt hat. Somit kann im Katastrophenfall nicht nur schnell reagiert werden, sondern auf Grund der Synergieeffekte mit höchster Effizienz. So hat z.B. Österreich in den letzten Jahren seine grenzüberschreitende Katastrophenhilfe mit der Slowakei intensiviert", erklärt SAINT-Präsident Bartels. "Bei all dem internationalen Nutzen dieser Verbindungen darf man nicht vergessen, dass die in der Katastrophenhilfe gemachten Erfahrungen auch bei nationalen Einsätzen eine wertvolle Bereicherung sind", so Franz Schnabl.
Quelle: Wien.at
Bild: ASB

27 Mai 2007

Filmvorführung


1. Juni 2007, 20 Uhr im Saal der Bezirksstelle Eferding.

Obwohl die für das kommende Wochenende anberaumte Übung abgesagt werden muss, findet die Filmvorführung dennoch statt.
Wir hoffen auf zahlreiche Teilnahme und einen gemütlichen Ausklang.

zum Inhalt:
In der Mitte des 19. Jahrhunderts führte Henry Dunant einen unermüdlichen Kampf, um die Staaten davon zu überzeugen, auf den Schlachtfeldern eine Hilfsgesellschaft zuzulassen, die ohne Unterscheidung alle verletzten Soldaten versorgen durfte.

"Henry Dunant – Rot auf dem Kreuz" ist eine freie Adaptation des Kampfes, den der grosse Visionär geführt hat, um das Rote Kreuz aufzubauen. Dieses bewegende filmische Epos ist vom Elan und von der Leidenschaft geprägt, die Henry Dunant stets erfüllt haben.

24 Mai 2007

Feedback zum Training in Montenegro

Liebe Rotkreuz Mitarbeiter !

Vor wenigen Wochen habt Ihr in Montenegro eine spezielle TWA Schulung für Mitarbeiter von Rotkreuz -Gesellschaften am Balkan gehalten. Für manche von Euch war es der erste Einsatz dieser Art, andere waren schon bei ähnlichen Trainings mit dabei. Eines hattet Ihr aber alle gemeinsam: Ihr habt diesen Einsatz in Eurer Freizeit gemacht, einige mussten sogar Ihren Urlaub dafür aufwenden. Mir ist auch bewusst, dass Euer Engagement nicht bei diesem Training endet, sondern dass unzählige freiwillig erbrachte Stunden an laufender Aus- und Fortbildung dahinter stecken.

Die Rückmeldungen die ich vom Roten Kreuz in Montenegro und vom Desk Officer des ÖRK/GS, Fritz Petroczi, bekommen habe waren alle äußerst positiv und haben die hohe Qualität und den Wert der Ausbildung hervorgehoben. Dieses Training wird vielleicht langfristig mehr bewirken als so manches ambitionierte Großprojekt. Die Förderung und Stärkung unsere Schwestergesellschaften ist eines der zentralen Anliegen der Internationalen Hilfe im ÖRK. Unser Ziel ist gleichwertige, eigenständige Partner zu schaffen.

Die österreichischen ERU’s genießen international, auch über die Rotkreuz- Bewegung hinaus, ein sehr hohes Ansehen. Das ist alleine Eurem Engagement und Eurer Begeisterung für die Sache zu verdanken.

Ich möchte mich bei Euch für Euren Einsatz bedanken.

Mit den besten Güssen
Max Santner

von / from:
Mag. Max Santner
Österreichisches Rotes Kreuz, Generalsekretariat
Austrian Red Cross, Headquarters
Bereichsleiter Internationale Hilfe
Head of International Aid

Es wirkten mit:
Dr. Wolfgang Stöckl; Gerhard Aglas; Freudenthaller Ronald; Ing. Schmidt Robert; Kerschbaumsteiner Ernst; Stauffer Gottfried; Kogseder Erwin

Über Max Santner...

07 Mai 2007

Steyr-Stadt trainiert Montenegrinische Katastrophenhelfer

Steyrer Trinkwasseraufbereiter bilden Montenegrinische Rotkreuzmitarbeiter aus.

Ihrer Vorreiterrolle wurde die Bezirksstelle Steyer-Stadt unter der Leitung von Dr. Urban Schneeweiss wieder einmal gerecht. Nur wenige Monate nachdem die Bevölkerung Montenegros sich für die Unabhängigkeit ausgesprochen hatte reiste ein von Wolfgang Stöckl und Gerhard Aglas angeführtes Team an um die Helfer der noch jungen Nationalen Rotkreuzgesellschaft wichtiges Know How zu vermitteln.
Das Echo auf diese Initiative war sowohl Medial wie auch vonseiten des Montenegrinischen Roten Kreuzes überwältigend.
Steyr-Stadt hat erneut den Ruf des österreichischen Roten Kreuzes in der Balkanregion wesentlich verbessert.

einige Bilder des einwöchigen Trainings...

Montenegro_Zeitungsartikel

27 April 2007

TWA-Präsentation beim JRK

Etwa 300 Kinder und Jugendliche besuchten mit ihren Lehrkräften den "Tag des Wassers" am Gelände des Jugendgästehauses Litzlberg.
Natürlich durfte dabei die TWA-Einheit nicht fehlen. Nach hervorragender logistischer Vorarbeit der Bezirkkstelle Steyer-Stadt -danke Rudi Hochrieser - brauchten Wolfgang Speichert und Rudolf Ortner sich nur um eine ansprechende Präsentation kümmern.
Die Verantwortlichen des JRK waren von der Einsatzbereitschaft der TWA und der unbürokratischen Abwicklung der Personal und Materialbereitstellung sehr angetan. Das Publikum das von Volksschulalteschule bis zur Oberstufen gefechert war zeigte reges, altersgemäßes Interesse, denn meist war der Themenkreis "Wasser" bereits im Unterreicht eingehend behandelt worden...

Einige Impressionen von der Präsentation...
Weiters berichtete(n): OÖ-Rotes Kreuz;

25 April 2007

Rotes Kreuz Vorarlberg trauert um Elmar

Einen Kollegen der im Bereich TWA wichtige Aufbauarbeit geleistet hat betrauern die Vorarlberger Katastrophenhelfer.
Wie erst jetzt bekannt wurde ist Elmar Kocab am 17. April von uns gegangen.

ins Kondolenzbuch eintragen...

22 April 2007

Buchtipp: Schwarzbuch Wasser


Verschwendung . Verschmutzung . Bedrohte Zukunft

Molden Verlag, Wien
ISBN: 978-3-85485-196-7
Euro 19,90


"Nichts ist so wichtig für uns wie sauberes Trinkwasser. Doch genau dieses Überlebensmittel ist auf der Erde nur in begrenzter Menge vorhanden und kann nicht beliebig vermehrt werden. Weltweit haben schon heute mehr als 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Dies könnte mit finanziellen Aufwendungen in der Höhe von 7 Milliarden US-Dollar ziemlich rasch geändert werden – klingt nach viel Geld, ist es aber nicht. Denn pro Jahr wird genau diese Summe in den USA für Schönheitsoperationen ausgegeben oder allein in Europa für den Luxusartikel Parfum…
Den Wasser-Frieden werden weltweit die einfachen Bürger stiften müssen. Ich bin sicher, dass Karo Katzmanns "Schwarzbuch Wasser" seinen Beitrag zum Wasser-Frieden leisten wird."
Vandana Shiva, Alternativ-Nobelpreisträgerin

21 April 2007

Bruno Hölzl: Mehr Wasser als ein Tropfen auf den heißen Stein

Beim Roten Kreuz in Kirchdorf war Bruno Hölzl einmal Ortsstellenleiter, seine Hilfsbereitschaft hat den Micheldorfer darüber hinaus in die weite Welt zu den Krisenherden gebracht. Das Herz für andere verdankt Hölzl seinem Elternhaus, die Möglichkeit bei Katastrophen ins Flugzeug zu steigen dem Verständnis seines Arbeitgebers, des Landesschulrates für Oberösterreich. Auch nachdem ein Tsunami über Thailand eine Spur der Verwüstung gezogen hatte, packte Hölzl seine Notfallkoffer. Hölzl zählt zu jenen zwölf Österreichern, die als Einsatzleiter Auslanddienste des Roten Kreuzes machen. Hölzls Spezialgebiet ist die Trinkwasseraufbereitung nach Erdbeben und Hochwässern. Nicht immer ist es die Natur, gegen deren entfesselte Gewalt der Oberöstereicher seine Menschlichkeit stellt. Auch auf ehemaligen Kriegsschauplätzen wie im ehemaligen Jugoslawien und in Flüchtlingslagern macht Hölzl das lebenswichtige Nass wieder genießbar.

Die Gefahr macht bisweilen keinen Bogen um die internationalen Helfer,auch Hölzl geriet öfters schon in brenzlige Lagen. "Logisch denken, die Nerven bewahren", hämmert er sich dann immer geistig ein. Vor allem hilft die sorgfältige Vorbereitung aller Projekte.

Beim Elend, in das Menschen gestürzt werden, könnte man zum Zyniker und Menschenverächter werden, aber für Hölzl überlebt das Gute auch im widrigen Umfeld wie die Opfer, um die er sich kümmert: "Es sind die Blicke, wenn zum ersten Mal trinkbares Wasser aus der Anlage in die Krüge und Kanister fließt, die ungemein beglückend sind", sagt Hölzl. Dazu komme, sagt der Rotkreuz-Fachmann, dass man bei internationalen Einsätzen neben alten Hasen auch immer wieder neue Leute kennen lernt, die auf der gleichen Wellenlänge funken, dass das Helfen zum Menschen gehört. Gattin Monika und die beiden noch im Haushalt lebenden Kinder Lorenz und Pia lernen mehr von der großen Welt von den Augenzeugenberichten des Familienvaters als vom Fernsehschirm. Und auch für Hölzls Schüler reicht der Horizont über das Kremstal hinaus. (lira)

Lehrerlaufbahn

Bruno Hölzl, geboren 1956 in Linz, Volks- und Hauptschule, absolvierte das Bischöflich musisch-pädagogische Realgymnasium und dann die Pädagogische Akademie für das Lehramt für Mathematik, Physik und Chemie. Seit 30 Jahren unterrichtet Hölzl an der Polytechnischen Schule in Kirchdorf. Vergangenes Jahr wurde Hölzl von Ministerin Elisabeth Gehrer mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.

Abenteuer: Jeder Einsatz ist Abenteuer und Herausforderung gleichzeitig.

Nächstenliebe: Ohne sie kann unsere Gesellschaft nicht weiter bestehen.

Umweltschutz: eines unserer größten Probleme

Freiwilligkeit: wichtig für das Funktionieren unserer Systeme

Erinnerung: Zurückholen beglückender Momente

Verpflichtung: Auf mich soll man sich jederzeit verlassen können.

Heimat: Nach jeder Rückkehr aus dem Ausland schätze ich Oberösterreich noch mehr.

Familie: Extrem wichtig, mein Ruhepol - unsere Singlegesellschaft macht mir Sorgen.
Lektüre für die Auslandseinsätze: Steven Hawkins und Sachbücher

Erfahrung: eine persönliche Weiterentwicklung

Wasser: Wasser wird bald teurer sein als Öl: Diese Entwicklung ist ja eigentlich logisch, ohne Wasser kein Leben.

19 April 2007

Menschlichkeit leben! - Die Katastrophenhilfe des Roten Kreuzes

Wann immer sich eine Katastrophe ereignet, heißt es: „Call the Austrians“, denn die Wasserspezialisten des Österreichischen Roten Kreuzes sind gefragte Experten auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung. Mit dem Notfallsanitäter Gottfried Stauffer und Dipl.Ing. Florian Kis verfügen auch die Bezirke Vöcklabruck und Gmunden über jeweils einen von rund 200 Wasserspezialisten des Österreichischen Roten Kreuzes. Von den insgesamt 200 Mitarbeitern haben 85 (26 aus Oberösterreich) die internationale Ausbildung, die für Auslandseinsätze berechtigt, absolviert.
Damit für den Ernstfall jeder Handgriff sitzt, werden verpflichtend einmal im Jahr spezielle Übungen abgehalten. Hier geben vor allem die älteren, auslanderprobten Mitarbeiter ihre Erfahrungen an die „jüngeren“ Kollegen weiter. Erst kürzlich fand so eine Einsatzübung auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik in Laakirchen im Bezirk Gmunden statt. Diese Übung wurde auch speziell genutzt, um neuen Kollegen die Zulassungsprüfung für die internationale Ausbildung abzunehmen. Günter Stummer vom ÖRK Generalsekretariat in Wien zeigte sich beeindruckt über die Gesamtsituation der Trinkwasseraufbereitung im oberösterreichischen Roten Kreuz.
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Quelle: Salzkammergut Internetzeitung vom 18.04.2007

17 April 2007

Vom Donauwasser zum Trinkwasser

Wann immer sich eine Katastrophe ereignet, heißt es: „Call the Austrians“, denn die Wasserspezialisten des Österreichischen Roten Kreuzes sind gefragte Experten auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung.

Das OÖ Rote Kreuz verfügt über zwei Trinkwasser-aufbereitungsanlagen, die beide zuletzt bei der Tsunami-Katastrophe in Indonesien im Einsatz waren. Eine der beiden sogenannten „TWA 10“ (TWA = Trinkwasseraufbereitungsanlagen) wird im Katastrophenhilfsdienst-Lager des OÖ Roten Kreuzes (Melissenweg 34, Linz Wegscheid) gelagert und ist jederzeit einsatzbereit. Die Anlage ist verpackt und kann ohne große Zeitverzögerung ins jeweilige Krisengebiet entsandt werden. Die zweite TWA 10 wird in der Bezirksstelle Steyr-Stadt gelagert.

Suchbilder

Die beiden Aufnahmen zeigen dieselbe Filtereinheit. Der geschulte Beobachter erkennt dennoch einen kleinen Unterschied...

Bilder: Rotes Kreuz

16 April 2007

In Katastrophengebieten auf der ganzen Welt unterwegs

Andreas Hattinger ist ein weltweit anerkannter Trinkwasserexperte. Erst vor zwei Monaten stand er im überfluteten Mosambique (Südost-Afrika) seinen Mann. Gemeinsam mit Helfern des dortigen Roten Kreuzes gelang es ihm, rasch halbwegs erträgliche Zustände in dem riesigen Überschwemmungsgebiet herzustellen.


"Um die Krankheitskeime einzudämmen, mussten wir zuallererst das Sanitärwesen in den Griff bekommen. Das war fast noch wichtiger als der Aufbau der Trinkwasserversorgung. Gott sei Dank gelang uns das ganz gut - wir hatten keinen einzigen Cholerafall", sagt Hattinger.

Sein eigener Körper wurde in Mosambique geschunden. "Wir haben am letzten Tag ein Ei gegessen und sind prompt an einer Salmonellenvergiftung erkrankt", berichtet der Geboltskirchner.

Einsätze in aller Welt

Hattinger ist einer von weltweit 250 Experten, auf die das internationale Rote Kreuz mit Sitz in Genf im Krisenfall zurückgreifen kann. Auch für seine jüngste Hilfsmission in Mosambique kam der Einsatzbefehl aus der Schweiz. Nachdem er an einem Dienstagmorgen seine Tochter zum Schulbus gebracht hatte, läutete das Telefon. Innerhalb einer Stunde musste er entscheiden, ob er den Auftrag annehmen kann. 24 Stunden später saß er im Flugzeug Richtung Afrika.

Der erfahrene Rot-Kreuz-Offizier wurde schon nach Ruanda, auf den Golan (Naher Osten), in den Iran, nach Sumatra (Indonesien) und nach Pakistan beordert. Immer dann, wenn es auf dem Erdball nach Naturkatastrophen "brennt" und das betroffene Land Hilfe braucht, wird er gerufen. Das ist für seine Frau Evelyn und die Töchter Juliane (6) und Annika (2) nicht immer leicht.

Blut spenden verboten

Als Blutspender taugt der in Ried tätige Notfall-Sanitäter absolut nicht. "Da ich permanent gegen alles geimpft sein muss, scheide ich natürlich als Blutspender aus", erklärt Hattinger.

Ansonsten ist Hattinger aber ein echter Teufelskerl. "Ich absolviere auch Übungen mit dem Jagdkommando des Bundesheeres, mit der Wiener Polizei-Sondereinheit Wega und mit der Cobra. Einmal wurde ich bei so einer Übung sogar nachts überfallen und als Geisel genommen." Wieder freigekommen sei er durch Verhandlungsgeschick. Auch das gehöre zur Ausbildung, sagt der leidenschaftliche Motorradfahrer.

Andreas Hattinger wurde am 24. März 1966 in Haag geboren. Nach der Pflichtschule lernte er Fernmeldetechnik. Fünf Jahre im Postdienst waren für ihn genug, der Geboltskirchner heuerte beim Roten Kreuz an, wo er es inzwischen zum Offizier gebracht hat. 1993/94 holte er die Matura nach.

Hattingers berufliches Herz schlägt in der Innviertel-Leitstelle des Roten Kreuzes in Ried. Im Ernstfall kann sich das Einsatzgebiet des Kolonnenkommandanten auf die ganze Welt ausdehnen. (ho/az)

Andreas Hattinger

Beruf: Notfall-Sanitäter
Wohnort: Geboltskirchen
Geboren: 24. März 1966
Familienstand: seit sieben Jahren verheiratet, zwei Töchter
Hobbys: Familie, Motorrad

In Geboltskirchen......schätze ich die Ruhe zum Leben.

In Ried......arbeite ich gerne beim Roten Kreuz.

Katastrophenmanagement......ist immer wieder eine neue große Herausforderung.

Das Rote Kreuz......ist ein weltweit operierendes Netzwerk der Hilfe.

Menschen in aller Welt zu helfen, bedeutet für mich......zuerst persönliche Herausforderung, und dann persönliche Befriedigung, wenn ich den Menschen erfolgreich helfen konnte.

Lebensmotto......"Nicht über Dinge ärgern, die man sowieso nicht ändern kann!"


15 April 2007

Wer kennt Andreas Reisinger?

2007-04-14 ooeNachrichten - Flottengeneral vom Roten Kreuz
Aus den OoeNachrichten vom 14. April 2007

Medienberichte

2007-04-15 Kronenzeitung - 60 Oberösterreicher als Wassermacher
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13 April 2007

Medienevent

Eine Präsentation der TWA des Oberösterreichischen Roten Kreuzes fand heute in Linz statt. Vor zahlreiche Medienvertretern lobte Präsident LPP die Leistungen der Mitarbeiter und unterstrich die Bedeutung und das Ansehen das unsere Einheit weltweit genießt.
Im Anschluss erläuterte Gerhard Aglas die Technik der TWA und beantwortete die Fragen der Reporter. Ein sehr ansprechender Beitrag wurde in Radio OÖ noch am selben Nachmittag ausgestrahlt.
Danke allen die zum Gelingen der Veranstalltung beigetragen haben.
Seitens der TWA wirkten mit:
Wolfgang Stöckl, Wolfgang Speichert, Andreas Hattinger, Ernst Kerschbaumsteiner, Gerhard Aglas und Ortner Rudi.

Ein paar Bilder gibts hier zu sehen...

04 April 2007

Geisterwelten hinter den Wolken


papua Neuguinea
Originally uploaded by rk0110.
Der Titel hat sicherlich nichts mit dem Ort der Veranstalltung im Rotkreuzzentrum Wels zu tun. Vielmehr berichtet der Welser Rotkreuzmitarbeiter Thomas Emrich über seine Eindrücke von einem Aufenthalt in Papua Neu Guinea.

Mittwoch 11. April 2007; 19:30 Uhr im RK-Zentrum Wels